Zwölf US-Bundesstaaten klagen gegen Fusion von Warner Bros. Discovery und Paramount
Zwölf US-Bundesstaaten haben Klage eingereicht, um die 110 Milliarden Dollar schwere Fusion von Warner Bros. Discovery und Paramount Global zu verhindern. Verzögert sich die Übernahme über den 30. September hinaus, könnten täglich zusätzliche Kosten in Millionenhöhe für Paramount anfallen.

Warner Bros. Discovery und Paramount Global sehen sich mit einer Klage von zwölf US-Bundesstaaten, darunter Kalifornien, konfrontiert, die die geplante Fusion im Wert von 110 Milliarden Dollar blockieren wollen. Die am Montag eingereichte Klageschrift argumentiert, dass die Transaktion den Wettbewerb im Kino- und Kabelfernsehmarkt erheblich einschränken würde. Die Bundesstaaten fordern die Unternehmen auf, den Abschluss des Geschäfts auszusetzen, bis der juristische Prozess abgeschlossen ist, und drohen andernfalls mit der Beantragung einer einstweiligen Verfügung.
Die Fusionsvereinbarung sieht vor, dass Paramounts Barangebot von 31 Dollar pro Aktie alle 90 Tage nach dem 30. September um 0,25 Dollar steigt, falls sich der Abschluss der Fusion verzögert. Diese zusätzlichen Kosten würden täglich anfallen und wären zahlbar, wenn der Deal letztendlich zustande kommt. Sollte die Transaktion aufgrund fehlender regulatorischer Genehmigungen scheitern, müsste Paramount Warner Bros. Discovery eine Vertragsstrafe von 7 Milliarden Dollar zahlen.
Rechtsexperten gehen davon aus, dass die beträchtliche Vertragsstrafe Paramount eher dazu anspornen könnte, die Fusion trotz regulatorischer Hürden voranzutreiben, anstatt sie aufzugeben. Die fortgesetzte rechtliche Prüfung bedeutet jedoch, dass weitere Verzögerungen über die Septemberfrist hinaus tatsächlich dazu führen könnten, dass Paramount täglich zusätzliche Kosten in Millionenhöhe entstehen. Die Ausgestaltung der Vereinbarung deutet auch darauf hin, dass beide Unternehmen mit potenziellem regulatorischem Widerstand gerechnet haben.
Herbert Hovenkamp, ein auf Kartellrecht spezialisierter Wissenschaftler an der University of Pennsylvania, merkte an, dass die Vertragsstrafe primär dazu dient, Paramount auf die Verteidigung der Fusion zu konzentrieren. Er geht davon aus, dass ein Rechtsstreit wahrscheinlicher ist als eine endgültige Beendigung, wobei mögliche Ergebnisse Veräußerungen im Rahmen einer Einigung einschließen könnten, obwohl bisher keine solchen Gespräche gemeldet wurden.