Studie: 39 % der britischen Kinder umgehen Online-Alterskontrollen
Fast zwei Fünftel der britischen Kinder haben Altersprüfungen im Internet umgangen, oft durch Angabe eines falschen Alters. Nur wenige stoßen auf starke, effektive Kontrollen.

Eine neue Studie zeigt, dass 39 % der Kinder in Großbritannien (11-17 Jahre) Alterskontrollen im Internet erfolgreich umgangen haben. Mehr als die Hälfte hat bewusst Plattformen ohne Altersprüfung oder mit leicht zu überwindenden Kontrollmechanismen gewählt. Die von BMG Research im Auftrag des Department for Science, Innovation and Technology durchgeführte Umfrage umfasste 2.299 Kinder.
Die am häufigsten angetroffenen Alterskontrollen sind die schwächsten, wie z. B. das Ankreuzen einer Box oder die Eingabe eines Geburtsdatums. Weniger als die Hälfte hat stärkere Methoden wie den Upload eines Ausweisdokuments erlebt. Kinder selbst halten diese grundlegenden Kontrollen für unwirksam, während sie stärkere Methoden als zuverlässig einstufen.
Die Umgehung erfolgt oft durch einfache Alterslüge, wobei 39 % die Kontrollen erfolgreich umgangen haben. Ein erheblicher Anteil von 53 % hat sich für Dienste ohne jegliche Prüfung entschieden. Das Wissen über diese Umgehungsmethoden wird hauptsächlich unter Gleichaltrigen geteilt, wobei 59 % die Kenntnisse von Freunden haben.
Der Bericht stellte auch fest, dass etwa 25 % der Kinder VPNs nutzen, wobei Datenschutz und der Zugang zu eingeschränkten Inhalten die Hauptgründe sind. Während Eltern oft bei der Einrichtung von VPNs helfen, ist direkte Hilfe bei der Umgehung von Altersgrenzen weniger verbreitet.
Halb der Kinder, die Alterskontrollen umgangen haben, berichteten von der Exposition gegenüber schädlichen Inhalten, einschließlich explizitem Material und Gewalt. Die Studie legt nahe, dass Kinder sich der potenziellen Risiken oft bewusst sind, sich aber dennoch dafür entscheiden, diese zu ignorieren.