AbbVie legt Phase-1-Daten für neuartiges Adipositas-Medikament ABBV-295 vor
AbbVie präsentierte Phase-1-Studienergebnisse für ABBV-295, ein langwirksames Amylin-Analogon. Das Medikament zeigte eine günstige Verträglichkeit und pharmakokinetisches Profil, was die Weiterentwicklung zur chronischen Gewichtsregulierung unterstützt.

Das US-Pharmaunternehmen AbbVie hat Ende September in Mailand auf der Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Diabetologie (EASD) detaillierte Ergebnisse einer Phase-1-Studie für seinen experimentellen Wirkstoff ABBV-295 vorgestellt. ABBV-295 ist ein langwirksames Amylin-Analogon, das zur Behandlung von Adipositas entwickelt wird.
Die Studie untersuchte die Verträglichkeit, Pharmakokinetik und Pharmakodynamik des subkutan verabreichten Wirkstoffs bei Erwachsenen mit einem durchschnittlichen Body-Mass-Index (BMI) unter 30 kg/m2. Die Ergebnisse zeigten eine Halbwertszeit von etwa 11 bis 12 Tagen und dosisproportionale Anstiege der Plasmakonzentrationen. Dieses pharmakokinetische Profil unterstützt die Prüfung von Dosierungsintervallen, die über die wöchentliche Gabe hinausgehen, einschließlich zweiwöchentlicher und monatlicher Regime.
Bei allen untersuchten Dosisstärken führte ABBV-295 zu einer signifikanten Gewichtsreduktion über einen Behandlungszeitraum von 12 bis 13 Wochen. Die durchschnittliche Gewichtsabnahme lag bei wöchentlicher Gabe zwischen -7,8 % und -9,8 %, bei zweiwöchentlicher Gabe bei -9,7 % im Vergleich zu etwa -0,3 % in der Placebogruppe. Das Medikament zeigte ein günstiges Verträglichkeitsprofil, wobei die meisten Nebenwirkungen als mild eingestuft wurden.
Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählten Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit und Durchfall. Es wurden keine schwerwiegenden behandlungsbedingten Nebenwirkungen berichtet. AbbVie plant, ABBV-295, das den Amylin-Signalweg adressiert und einen nicht-sekretagogischen Mechanismus darstellt, in die Phase-2-Entwicklung für die chronische Gewichtsregulierung zu überführen.