Aktivkohle-Ansatz entfernt Spurenstoffe aus Abwasser
Forscher entwickeln ein neues Verfahren auf Basis von Aktivkohle zur effizienten Entfernung von Spurenstoffen wie Arzneimittelrückständen aus Abwasser. Der Ansatz kombiniert fortschrittliche Aktivkohle mit elektrischer Regeneration.

Forscher des Fraunhofer-Instituts arbeiten an einem neuen Verfahren zur Entfernung von Spurenstoffen wie Arzneimittelrückständen und Haushaltschemikalien aus Abwasser. Bestehende Kläranlagen können diese Substanzen oft nicht vollständig entfernen, obwohl sie auch in geringen Konzentrationen schädlich für Umwelt und Gesundheit sein können.
Das entwickelte Projekt ZeroTrace kombiniert eine eigene Aktivkohle-Komposit mit einem neuartigen elektrischen Regenerationsverfahren. Aktivkohle wird üblicherweise wegen ihrer großen Oberfläche zur Adsorption von Verunreinigungen eingesetzt. Die neue Aktivkohle ist elektrisch leitfähiger als herkömmliche Granulate, was eine effizientere Regeneration ermöglicht.
Der Ansatz zielt auf eine verbesserte Nachhaltigkeit ab. Konventionell wird pulverisierte Aktivkohle nach der Nutzung oft verbrannt, was ökologisch problematisch ist. Die Fraunhofer-Forscher setzen auf granuliertes Aktivkohle aus nachwachsenden Rohstoffen, das bei hohen Temperaturen reaktiviert werden kann. Die elektrische Regeneration reduziert den Transportaufwand für verbrauchte Kohle.
Das Projekt untersucht zudem Innovationsmanagement und Ressourcenschonung, um eine skalierbare und nachhaltigere Lösung für die Spurenstoffentfernung zu schaffen. Bei Erfolg könnte das Verfahren die Einleitung schädlicher Rückstände in Gewässer erheblich reduzieren.