ACV: Junge Erwachsene wollen Auto, doch Führerscheinkosten steigen
Über 90 Prozent der jungen Erwachsenen wünschen sich ein eigenes Auto, doch die Kosten für den Führerscheinerwerb stellen für viele eine Hürde dar. Der ACV fordert eine bezahlbare und zeitgemäße Ausbildung.

Köln – Fast 94 Prozent der jungen Erwachsenen in Deutschland wollen ein eigenes Auto besitzen. Dies geht aus einer aktuellen Civey-Umfrage im Auftrag der DEVK hervor. Gleichzeitig sinkt die Zahl der jungen Menschen, die einen Führerschein machen. Der ACV Automobil-Club Verkehr sieht darin ein Problem und fordert eine Anpassung der Ausbildung.
Die Umfrage zeigt, dass sich 93,7 Prozent der 18- bis 25-Jährigen ein eigenes Auto wünschen. Diese hohe Zustimmung steht im Kontrast zu sinkenden Erwerbsquoten von Fahrerlaubnissen bei Jugendlichen. Laut Statista sank der Anteil der 17- bis 20-Jährigen mit Führerschein der Klasse B zwischen 2012 und 2023 von 55 auf 41 Prozent.
Die hohen Kosten für den Führerscheinerwerb in Deutschland, die laut ACV zwischen gut 2.000 und über 4.000 Euro liegen können, sind laut dem Automobilclub eine wesentliche Hürde. "Die Mobilität der jungen Generation darf in Deutschland nicht zum Luxusgut werden", warnt ACV-Geschäftsführer Holger Küster. Er betont die Bedeutung des Führerscheins für gesellschaftliche Teilhabe und bessere Jobchancen.
Im internationalen Vergleich sind die Kosten in Deutschland deutlich höher als beispielsweise in Frankreich (ca. 1.800 €), Italien (ca. 1.300 €) oder Österreich (ca. 1.500 €). Der ACV setzt auf Digitalisierung, um die Ausbildung kostengünstiger zu gestalten. Interaktive Lernplattformen und simulierte Prüfungen könnten die Erfolgsquoten erhöhen und teure Wiederholungsprüfungen reduzieren.
Das Modell des begleiteten Fahrens ab 17 Jahren (BF17) hat sich in Deutschland etabliert und wird vom ACV positiv bewertet. Es ermöglicht Fahrneulingen, frühzeitig praktische Erfahrung zu sammeln und sicherer am Straßenverkehr teilzunehmen, was auch durch Studien zur Unfallreduktion gestützt wird.