ADAC: Kraftstoffpreise bleiben hoch – Ölpreis steigt
Die Spritpreise in Deutschland verharren auf hohem Niveau, trotz der Anfang Mai eingeführten Energiesteuersenkung. Angespannte geopolitische Lage im Nahen Osten lässt den Ölpreis steigen und befürchten weitere Preissteigerungen.
Berlin – Die Preise für Benzin und Diesel in Deutschland bleiben hoch. Trotz der Anfang Mai in Kraft getretenen Energiesteuersenkung, die eine Entlastung von rund 17 Cent pro Liter bringen sollte, liegen die Kosten an den Zapfsäulen weiterhin auf einem angespannten Niveau. Der Automobilclub ADAC warnt nun vor weiteren Preissteigerungen aufgrund der jüngsten Eskalation im Nahen Osten.
Am Sonntag, dem 7. Juni, kostete ein Liter Super E10 im bundesweiten Durchschnitt 1,906 Euro, ein Liter Diesel 1,892 Euro. Beide Kraftstoffsorten zeigten in den Tagen zuvor eine leicht fallende Tendenz und blieben damit unter der 2-Euro-Marke. Diesel ist seit Mitte Mai durchgängig günstiger als Super E10.
Die gestiegenen geopolitischen Spannungen, insbesondere im Nahen Osten, haben jedoch bereits zu einem deutlichen Anstieg des Rohölpreises geführt. Am Montagmorgen, dem 8. Juni, lag der Preis für ein Barrel der Sorte Brent bei rund 97 US-Dollar, ein Zuwachs von vier Prozent im Vergleich zur Vorwoche. Dies lässt befürchten, dass die Spritpreise bald wieder anziehen könnten.
Der ADAC kritisiert zudem, dass Preissenkungen bei Rohöl nicht immer zeitnah an die Verbraucher weitergegeben werden, während Preiserhöhungen oft schnell erfolgen. Die im April eingeführte sogenannte "12-Uhr-Regel", die Preisänderungen an Tankstellen auf einmal täglich begrenzt, wird vom ADAC als potenziell preissteigernd angesehen.
Eine Entscheidung über eine mögliche Verlängerung der Steuersenkung, die spätestens Mitte Juni erwartet wird, steht noch aus. Die weitere Entwicklung im Nahen Osten und die tatsächliche Wirkung der bisherigen Maßnahmen werden dabei eine Rolle spielen.