ADHS: Körperliche Auswirkungen Ebenso Wichtig Wie Kognitive
Eine umfassende Studie mit 4,8 Millionen Teilnehmern bringt ADHS mit Dutzenden körperlicher Erkrankungen in Verbindung, was neue Fragen über die Auswirkungen auf den Körper aufwirft.

Eine groß angelegte Studie mit 4,8 Millionen Teilnehmern hat einen signifikanten Zusammenhang zwischen ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) und einer Reihe körperlicher Gesundheitszustände aufgedeckt. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Auswirkungen der Störung auf den Körper ebenso bedeutsam sein könnten wie ihre bekannten kognitiven Folgen.
Die schwedische Studie aus dem Jahr 2021, durchgeführt von Forschern des Karolinska Institutet, analysierte Daten von über 4,8 Millionen Teilnehmern. Es wurde festgestellt, dass Personen mit einer ADHS-Diagnose eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit aufwiesen, auch an verschiedenen körperlichen Erkrankungen zu leiden, verglichen mit Personen ohne die Störung. Die Forschung untersuchte 35 verschiedene körperliche Erkrankungen und identifizierte 34 davon als häufiger bei ADHS-Patienten.
Stärkere Korrelationen wurden bei Erkrankungen des Nerven- und Atmungssystems beobachtet. Darüber hinaus hat frühere Forschung, einschließlich einer Studie aus dem Jahr 2016, ADHS mit Zuständen wie Hypermobilität und dem Ehlers-Danlos-Syndrom (EDS) in Verbindung gebracht. Menschen mit ADHS hatten ein bis zu sechsfach höheres Risiko, die Kriterien für Hypermobilität zu erfüllen.
Wissenschaftler arbeiten nun daran, die zugrunde liegenden Mechanismen für diese Zusammenhänge aufzudecken. Während einige Verbindungen, wie solche, die durch den Lebensstil beeinflusst werden, leichter erklärbar sein mögen, bleiben die kausalen Pfade für viele dieser Assoziationen komplex. Dr. Jessica Eccles, eine Forscherin, die sich auf Geist-Körper-Interaktionen bei neurodivergenten Zuständen konzentriert, betont die Notwendigkeit, über isolierte Betrachtungen der Gehirn- und Körpergesundheit hinauszugehen.
Diese neuen Erkenntnisse unterstreichen die Bedeutung eines ganzheitlicheren Ansatzes bei der Diagnose und Behandlung von ADHS, der das Zusammenspiel zwischen psychischer und physischer Gesundheit anerkennt und adressiert.