KI verändert die Rolle von Führungskräften bei der Mitarbeiterentwicklung
Eine aktuelle Studie zeigt, dass viele Arbeitnehmer bei der Wissensvermittlung mittlerweile auf KI statt auf ihre Vorgesetzten setzen.

KI-Technologien übernehmen zunehmend Aufgaben, die bisher fest in der Hand von Führungskräften lagen. Laut einer Untersuchung des Oliver Wyman Forums geben 80 Prozent der täglichen KI-Nutzer an, dass ihnen die Technologie im vergangenen Jahr ebenso viel oder mehr Wissen vermittelt hat als ihre Vorgesetzten. Die Studie umfasst 25.000 Befragte in 15 Märkten.
Die zunehmende Automatisierung der Wissensvermittlung stellt traditionelle Managementstrukturen in Frage. 74 Prozent der befragten Führungskräfte berichten, dass KI-Systeme bereits Aufgaben übernehmen, die zuvor zentraler Bestandteil der Einarbeitung von Nachwuchskräften waren. Wenn KI den Prozess der Fehleranalyse und der technischen Anleitung übernimmt, verlagert sich das Anforderungsprofil an die Führungskraft weg von der Anleitung hin zur strategischen Einordnung.
Obwohl die technische Qualifikation durch KI an Geschwindigkeit gewinnt, mahnen Experten zur Vorsicht bei der Vermittlung komplexer Kompetenzen wie kritisches Denken oder ethische Abwägungen. Bisher haben lediglich 27 Prozent der Unternehmen ihre internen Weiterbildungskonzepte an die neuen technologischen Gegebenheiten angepasst, was eine Lücke in der langfristigen Personalentwicklung hinterlässt.