KI und Hilfsmittel unterstützen Studierende mit geistiger Behinderung
Die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) veranstaltet im Juli 2026 den IASSIDD-Kongress, bei dem die Rolle von künstlicher Intelligenz und neuen Technologien zur Unterstützung von Menschen mit geistiger Behinderung diskutiert wird.

Die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) wird Ende Juli 2026 Gastgeber des IASSIDD-Kongresses sein, einer Veranstaltung, die sich der Förderung von Inklusion und der Sichtbarkeit von Menschen mit geistigen Behinderungen widmet. Auf dem Kongress wird erörtert, wie neue Technologien, insbesondere künstliche Intelligenz (KI), dieser Gruppe zugutekommen können.
Peter Zentel, Professor für Pädagogik bei geistiger Behinderung und inklusive Pädagogik an der LMU, ist Organisator der Veranstaltung. Seine Forschung konzentriert sich darauf, wie Technologie das Leben von Menschen mit geistigen Behinderungen verbessern kann, insbesondere für diejenigen mit komplexen Kommunikationsherausforderungen. Digitale Werkzeuge und KI bieten hierfür erhebliche Potenziale, indem sie die Kommunikationsfähigkeiten verbessern und zu größerer Unabhängigkeit führen.
Zentels Lehrstuhl entwickelt assistierende Technologien, die KI integrieren, um mehr Autonomie zu ermöglichen. Mögliche Anwendungen umfassen Smart-Home-Systeme, die es Menschen ermöglichen, Lichter zu steuern, Rollläden zu bewegen oder Notrufe ohne gesprochene Sprache auszulösen. KI kann auch komplexe Texte in einfachere Sprache übersetzen oder beim Schreiben unterstützen, indem sie Wörter und Sätze vorhersagt, um körperliche Einschränkungen auszugleichen.
Der Kongress wird sich auch mit den ethischen Aspekten des KI-Einsatzes befassen. Der Philosoph Benjamin Lange von der LMU wird einen Vortrag zum Thema "Ethics and AI" halten. Frühere Forschungen an der LMU nutzten KI zur Analyse von Gesten, Mimik und physiologischen Daten, um den Zustand von Personen zu interpretieren, die sich nicht verbal äußern können. Bedenken umfassen mögliche Fehlinterpretationen durch KI und die Wahrung der individuellen Handlungsfähigkeit.
Seit drei Jahren bezieht die LMU auch Menschen mit geistigen Behinderungen aktiv als Fachexperten in Lehre und Forschung ein. Zentel betont, dass dieser partizipative Ansatz die Universitätsgemeinschaft bereichert und eine positive Lernerfahrung für alle Beteiligten schafft. Der Kongress selbst ist als partizipativ und für alle offen konzipiert, wobei LMU-Studierende in ein Patenprogramm eingebunden sind.