Milliardenversprechen von Tech-Konzernen auf dem Prüfstand
Große Tech-Unternehmen wie OpenAI und Anthropic kündigen Milliarden für wohltätige Zwecke an, doch Experten zweifeln an der Umsetzung und Kontrolle dieser Zusagen.

Führende Köpfe aus dem Silicon Valley haben angekündigt, erhebliche Teile ihres Vermögens oder ihrer Unternehmensanteile für das Gemeinwohl bereitzustellen. Während Elon Musk die Verteilung von SpaceX-Aktien an US-Kinder in Aussicht stellt, planen Unternehmen wie Anthropic und OpenAI, Teile ihrer Unternehmensanteile in wohltätige Stiftungen oder Strukturen zu überführen. Diese Ankündigungen belaufen sich auf Milliardenwerte, doch die praktische Umsetzung wirft grundlegende Fragen auf.
Experten wie der Wirtschaftsprofessor Brian Mittendorf von der Ohio State University warnen davor, Absichtserklärungen mit direkten Spenden gleichzusetzen. Viele der Pläne, darunter die von Anthropic, unterliegen noch rechtlichen Hürden wie der Zustimmung der Aktionäre. Zudem erlauben die gewählten Strukturen den Unternehmen oft, die Kontrolle über den Zeitpunkt und die Verwendung der Mittel zu behalten.
Die Kritik richtet sich vor allem auf die mangelnde Verbindlichkeit. Bella DeVaan vom Institute for Policy Studies verweist auf frühere Initiativen von Milliardären, bei denen viele Versprechen nie eingelöst wurden. Angesichts der komplexen Firmenstrukturen bleibt die Frage offen, welche Mechanismen die Unternehmen tatsächlich dazu verpflichten, ihre Zusagen zeitnah und transparent in greifbare Hilfe umzusetzen.