KI-Entwicklung bedroht Gesundheit und Ressourcen
Die rasante Entwicklung von KI und die Expansion von Rechenzentren verursachen erhebliche Umweltauswirkungen und bedrohen die menschliche Gesundheit und den Zugang zu natürlichen Ressourcen.

Die schnelle Entwicklung künstlicher Intelligenz (KI) und die wachsende Nachfrage nach Rechenzentren führen zu erheblichen Umweltauswirkungen und stellen Risiken für die menschliche Gesundheit sowie den Zugang zu natürlichen Ressourcen weltweit dar.
Einem Bericht der Universität der Vereinten Nationen zufolge könnte KI den Zugang zu natürlichen Ressourcen für Milliarden von Menschen gefährden. Bis 2030 wird der Wasserverbrauch von KI-Rechenzentren dem Bedarf von 1,3 Milliarden Menschen entsprechen. Ihr Energiebedarf wird sich zudem auf das Dreifache des jährlichen Stromverbrauchs von Pakistan, Bangladesch und Nigeria belaufen. Ein erheblicher Teil dieser Rechenzentren wird mit fossilen Brennstoffen betrieben, die maßgeblich zu den Treibhausgasemissionen beitragen.
„Ohne Standards sind die Klima-, Gesundheits- und Umweltauswirkungen von KI-Rechenzentren bereits spürbar, mit düsteren und alarmierenden Prognosen, wenn das Wachstum der Rechenzentren ungebremst weitergeht“, sagte Maria Fernanda Chavez, Senior Analystin im Climate and Energy Program der Union of Concerned Scientists. Sie warnte, dass „eine unverantwortliche Steuerung der KI-Entwicklung die Emissionen in die Höhe treiben und Klimaziele unerreichbar machen könnte."
Große Technologieunternehmen wie Google und Microsoft haben ihre Unternehmensemissionen im Zuge ihrer KI-Investitionen erhöht. Microsofts Emissionen stiegen 2025 um 25 %, da die KI-Rechenzentren ausgebaut wurden. Um den steigenden Strombedarf zu decken, wird verstärkt auf neue Gaskraftwerke gesetzt, was zu lokaler Luftverschmutzung führt. Diese Verschmutzung wird mit vorzeitigen Todesfällen und Asthmaanfällen in Verbindung gebracht, insbesondere bei Kindern in umliegenden Gemeinden.
Experten betonen, dass neben der Regulierung der KI-Sicherheit auch Regelungen hinsichtlich dieser gesundheitlichen Auswirkungen erforderlich sind. Die Umweltgesundheitswissenschaftlerin Michael Cork hob hervor, dass „die Frage der Luftverschmutzung weitgehend bei Entscheidungen über den Standort und die Bauweise von [Rechenzentrums-]Infrastrukturen außer Acht gelassen wird.“ Er betonte, dass die Entscheidungen über die Stromversorgung von KI „bereits heute messbare gesundheitliche Folgen haben.“