KI für Live-Marktüberwachung fehlt es an Werkzeugen, so Börsenvertreter
Vertreter indischer Börsen diskutierten auf dem Global Fintech Fest 2026 das Potenzial von KI für die Marktüberwachung. Ziel ist Echtzeitüberwachung und Annullierung illegaler Geschäfte vor Börsenschluss, doch passende Werkzeuge fehlen noch.

Vertreter der indischen Börsen National Stock Exchange (NSE) und Bombay Stock Exchange (BSE) haben erklärt, dass künstliche Intelligenz (KI) die Echtzeit-Marktüberwachung revolutionieren könnte, obwohl derzeit geeignete Werkzeuge fehlen. Sanjay Shorey, Geschäftsführer bei der NSE, sagte auf dem Global Fintech Fest 2026, dass KI zwar ein großes Potenzial für die Live-Marktüberwachung biete, es jedoch noch keine marktreifen Werkzeuge gebe. KI werde jedoch bereits in Marktuntersuchungen eingesetzt.
Ishan Bansal, Mitbegründer und CFO von Groww, warf die Frage auf, ob KI illegale Geschäfte nahezu in Echtzeit vor Handelsschluss erkennen und annullieren könnte. Die derzeitige Überwachung erfolgt typischerweise nach Abschluss der Transaktionen. Gopalan S. Raghavan, Geschäftsführer bei der BSE, betonte, dass bestehende regelbasierte Untersuchungen zu eng gefasst seien, eine ganzheitliche Marktübersicht fehlten und die Auslöser hinter bestimmten Aktionen nicht identifiziert würden. Er hob die Notwendigkeit hervor, den Kontext, die ursächliche Information und die beteiligten Parteien von Geschäften zu verstehen.
Indiens Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde (SEBI) prüft ebenfalls den Einsatz von KI für ihre Überwachungs- und Untersuchungsprozesse. Aliasgar Mithwani, Geschäftsführer bei der SEBI, räumte ein, dass sich KI noch in einem frühen Stadium befinde, aber bei der Identifizierung abnormaler Handelsmuster helfen könne. Er betonte jedoch, dass menschliche Intelligenz weiterhin entscheidend sei und KI als Assistent und nicht als Ersatz dienen solle.
Die Diskussion berührte auch die Schaffung einer gemeinsam genutzten Sandbox-Umgebung, in der Aufsichtsbehörden und Technologieunternehmen KI-Lösungen verantwortungsvoll testen könnten. Bedenken wurden hinsichtlich KI-bezogener Risiken geäußert, wie z. B. Deepfakes, die Märkte destabilisieren und die Liquidität verringern könnten, wenn sie nicht umgehend verifiziert werden.