KI-Wearables zur Gesprächsaufzeichnung werfen Datenschutzfragen auf
Amazon bringt mit der Bee Frontier ein Wearable auf den Markt, das Gespräche aufzeichnet. Experten warnen vor rechtlichen Hürden bei der Einwilligung und einer Veränderung des öffentlichen Raums.

Amazon hat über seine Tochtergesellschaft Bee das Armband Bee Frontier vorgestellt, das mittels eingebauter Mikrofone Gespräche aufzeichnet und zusammenfasst. Diese Entwicklung reiht sich in einen wachsenden Markt ein, in dem Unternehmen wie Apple und Meta ähnliche Funktionen in Wearables integrieren, um Nutzer bei der Gedächtnisarbeit zu unterstützen.
Datenschützer kritisieren die Technologie scharf. Obwohl viele Hersteller LED-Leuchten als Signalgeber einsetzen, gelten diese laut Experten des Electronic Privacy Information Center als unzureichend für die rechtlich vorgeschriebene Einwilligung. In Regionen mit strengen Gesetzen zur Gesprächsaufzeichnung könnte die bloße optische Signalisierung rechtlich nicht ausreichen.
Zudem geben Wissenschaftler zu bedenken, dass die ständige Verfügbarkeit von Aufzeichnungen den öffentlichen Raum verändern könnte. Der Verlust des ‚natürlichen Vergessens‘, der bisher eine entspannte Interaktion in der Öffentlichkeit ermöglichte, könnte zu einer Verhaltensänderung der Menschen führen. Es stellt sich die Frage, inwieweit die Privatsphäre durch den Einsatz immer unauffälligerer KI-Hardware zukünftig gewahrt werden kann.