Airbnb plant Bereitstellung von einer Million Notunterkünften jährlich
Durch eine Abgabe von zehn Cent pro Buchung finanziert Airbnb künftig die gemeinnützige Organisation Airbnb.org, um jährlich eine Million kostenlose Übernachtungen für Menschen in Not zu ermöglichen.

Airbnb führt ein neues Finanzierungsmodell ein, um seine gemeinnützige Sparte Airbnb.org nachhaltig zu unterstützen. Künftig sollen zehn Cent aus jeder getätigten Buchung in das Programm fließen. Das Unternehmen plant, innerhalb der nächsten fünf Jahre insgesamt 500 Millionen Dollar bereitzustellen, um jährlich eine Million kostenlose Übernachtungen für Menschen in Krisensituationen – etwa nach Naturkatastrophen, aufgrund von Flucht oder bei medizinischen Notfällen – zu ermöglichen.
Die seit 2020 formal bestehende Organisation Airbnb.org hat ihre Kapazitäten in den letzten Jahren erheblich ausgebaut und reagierte allein in diesem Jahr bereits auf über 200 Notlagen weltweit. Die Unterkünfte werden in Zusammenarbeit mit lokalen Hilfsorganisationen vermittelt, während die Gastgeber für ihre Dienste bezahlt werden, jedoch häufig reduzierte Raten anbieten.
CEO Brian Chesky sieht in diesem Schritt die notwendige Operationalisierung einer langfristigen humanitären Verpflichtung. Während das Unternehmen bisher eher punktuell auf Katastrophen reagierte, soll die nun gesicherte Finanzierung eine dauerhafte Infrastruktur schaffen. Bislang konnten so bereits 250.000 Menschen unterstützt werden.
Das Vorhaben findet jedoch in einem schwierigen regulatorischen Umfeld statt. Airbnb sieht sich aktuell mit Klagen konfrontiert, etwa durch die Stadt Los Angeles, die dem Unternehmen Preiswucher während der Waldbrände im Jahr 2025 vorwirft. Die Plattform steht daher unter Druck, ihre Rolle bei der Notunterbringung auch im Kontext der strengeren kommunalen Regulierung zu definieren.