KI-gestützte Schwachstellensuche erhöht Cyber-Sicherheitsrisiken
Forscher der Universität Groningen warnen, dass KI die Entdeckung von Software-Schwachstellen beschleunigt und die Herausforderungen für die Cybersicherheit verschärft.

Experten der Universität Groningen haben Bedenken geäußert, dass fortschrittliche KI-Systeme das „Katz-und-Maus-Spiel“ im Bereich der Cybersicherheit zwischen Organisationen und böswilligen Akteuren intensivieren.
Aline Klingenberg und Evgeni Moyakine, Forscher auf den Gebieten Cybersicherheit und IT-Recht, stellten fest, dass KI die Identifizierung von Software-Schwachstellen beschleunigen kann. Ihre Kommentare folgen auf Behauptungen von Anthropic bezüglich seines neuen generativen Sprachmodells Mythos, das Berichten zufolge Schwachstellen in Betriebssystemen, Browsern und Servern aufdecken kann.
Moyakine wies darauf hin, dass solche KI-Tools Unternehmen zwar bei der Erkennung von Schwachstellen und der Einhaltung von Vorschriften wie der EU-NIS2-Richtlinie unterstützen können, aber auch Risiken bergen. Er warnte, dass dieselben Fähigkeiten von Hackern missbraucht werden könnten, was neue Herausforderungen für die digitale Sicherheit darstellt.
Die Forscher hoben auch die unterschiedlichen Ansätze bei der Regulierung neuer Technologien zwischen den USA und Europa hervor. Sie stellten fest, dass Europa neue Technologien tendenziell früher im Hinblick auf Datenschutz, Sicherheit und gesellschaftliche Auswirkungen bewertet, im Gegensatz zur Betonung unternehmerischer Freiheit in den USA. Sie räumten jedoch die Schwierigkeit ein, digitale Vorschriften global durchzusetzen.
Moyakine und Klingenberg forderten Organisationen auf, ihre Geschäftsprozesse und Patch-Management-Strategien anzupassen, um den KI-gestützten Bedrohungen einen Schritt voraus zu sein. Die Kontrolle des Zugangs zu und des potenziellen Missbrauchs von leistungsstarken KI-Tools wie Mythos gelten als kritische Fragen für die zukünftige Cybersicherheit.