Allianz Trade: Unternehmens-Cash-Conversion-Zyklus verlängert sich 2025 auf 67 Tage
Dem aktuellen Bericht von Allianz Trade zufolge benötigten Unternehmen 2025 durchschnittlich 67 Tage, um Ausgaben in Einnahmen umzuwandeln, hauptsächlich bedingt durch höhere Lagerbestände.

Unternehmen benötigten im Jahr 2025 durchschnittlich 67 Tage, um Ausgaben für den operativen Betrieb in Geldeingänge aus Verkäufen umzuwandeln. Dies geht aus einem neuen Bericht des Handels- und Kreditversicherers Allianz Trade hervor. Die Verlängerung des Cash Conversion Cycle (CCC) nähert sich historisch hohen Werten und wird maßgeblich durch die Priorisierung von Lieferkettenresilienz durch erhöhte Lagerbestände angetrieben.
Der globale CCC stieg 2025 um einen halben Tag auf 67 Tage an. Dies liegt drei Tage über dem Zehnjahresdurchschnitt und nahe dem Höchststand von 2023. Hauptursache für diesen Trend ist eine strategische Verschiebung im Lagerbestandsmanagement, weg von einer auf Effizienz ausgerichteten "Just-in-Time"-Logik hin zu einem "Just-in-Case"-Resilienzmodell. Größere Lagerbestände binden zwar mehr Kapital, erhöhen aber die Sicherheit und Flexibilität der Lieferketten angesichts geopolitischer Unsicherheiten und Störungen.
Die Lagerreichweite (Days Inventory Outstanding, DIO) erklärt inzwischen fast 80 % des CCC. Die globale DIO lag 2025 bei 53 Tagen und damit weiterhin deutlich über dem Niveau vor der Pandemie. Die durchschnittliche Zahlungsfrist für Kunden (Days Sales Outstanding, DSO) übte hingegen keinen zusätzlichen Druck auf die Unternehmensliquidität aus und blieb mit 56,5 Tagen stabil.
Die sektorspezifischen Unterschiede sind ebenfalls bemerkenswert: Während einige Branchen ihren CCC verlängerten, konnten andere ihn verkürzen. Zulieferer der Automobilindustrie verzeichneten beispielsweise einen Anstieg um vier Tage, während Sektoren wie Transportausrüstung und Computer & Telekommunikation eine Verkürzung erfuhren. Allianz Trade erwartet für 2026 eine moderate Zunahme des globalen CCC, wobei Faktoren wie die begrenzte Kapazität für weitere Lagersteigerungen in einigen Sektoren und fortlaufende Digitalisierungsinvestitionen den Anstieg voraussichtlich dämpfen werden.