Allianz Trade: Geopolitik bremst globales Handelswachstum
Der neue Bericht von Allianz Trade prognostiziert eine Verlangsamung des globalen Handels aufgrund geopolitischer Spannungen und möglicher neuer US-Zölle. Europa und China werden voraussichtlich am stärksten betroffen sein.

Der globale Handel wird in den kommenden Jahren voraussichtlich eine deutliche Verlangsamung erfahren, so ein neuer Bericht von Allianz Trade, einem weltweit führenden Anbieter von Kreditversicherungen. Der Bericht hebt die angespannten Beziehungen zwischen den USA und China sowie mögliche neue Maßnahmen im Rahmen von Handelskonflikten als Hauptursachen für diese erwartete Abschwächung hervor. Prognosen deuten darauf hin, dass das nominale globale Wachstum des Handels bis 2026 unter 5 % fallen könnte.
Das Ergebnis der kommenden US-Wahlen wird voraussichtlich eine entscheidende Rolle spielen. Sollte Donald Trump ins Präsidentenamt zurückkehren, ist es wahrscheinlich, dass die Zölle auf chinesische und andere strategische Importgüter erhöht werden. Dies könnte zu einer Reduzierung des nominalen globalen Handelswachstums um etwa 0,6 Prozentpunkte bis 2026 führen. China und die Europäische Union werden voraussichtlich den größten Teil dieser Auswirkungen tragen, wobei das Exportrisiko für diese Regionen kombiniert im Zeitraum 2025–2026 auf rund 67 Milliarden US-Dollar geschätzt wird.
Der Bericht beleuchtet auch die unterschiedlichen wirtschaftlichen Interessen zwischen der EU und China sowie deren Einfluss auf die US-Handelspolitik. Während die EU und die USA gemeinsame geopolitische Ansichten teilen, sind ihre wirtschaftlichen Ziele nicht immer im Einklang. Berechnungen von Allianz Trade zeigen, dass die EU oft den Zollmaßnahmen der USA gegen China folgt, jedoch zu höheren Kosten. Frühere Zölle auf China kosteten die USA jährlich 17 Milliarden US-Dollar, während die Kosten für die EU fast 38 Milliarden US-Dollar pro Jahr betrugen.
Angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen wird der globale Handel zunehmend von den konkurrierenden geökonomischen Agenden der USA und Chinas geprägt. Während der globale Handel stark mit der US-Wirtschaft verbunden bleibt, hat sich China zu einer neuen Supermacht entwickelt. Der Bericht identifiziert auch neue aufstrebende Handelszentren wie Indien, Vietnam, Malaysia, Indonesien und die Vereinigten Arabischen Emirate, von denen erwartet wird, dass sie ihren Anteil am globalen Export in den kommenden Jahren erhöhen werden.