Allianz Trade: Rubel vermeidet Währungskrise trotz Sanktionen
Trotz umfangreicher westlicher Sanktionen nach Beginn des Ukraine-Krieges ist ein Zusammenbruch des Rubels ausgeblieben. Allianz Trade nennt Kapitalkontrollen und Exportüberschüsse als Hauptgründe.

Entgegen ursprünglicher Erwartungen blieb eine Währungskrise in Russland bisher aus. Wie Analysen von Allianz Trade zeigen, konnte sich der Rubel nach dem starken Einbruch zu Kriegsbeginn wieder erholen und zählt in diesem Jahr zu den stärksten Währungen unter den Schwellenländern. Dies geschah, obwohl rund die Hälfte der russischen Devisenreserven im Ausland eingefroren wurde.
Die Stabilisierung gelang den russischen Behörden durch eine Kombination aus strikten Kapitalkontrollen, massiven Zinserhöhungen und der Umstellung der Energieexporte auf Rubel-Zahlungen. Ein massiver Leistungsbilanzüberschuss, der durch anhaltende Energieexporte gestützt wird, lieferte zudem die notwendige Liquidität, um den Devisenmarkt kurzfristig zu beruhigen.
Allianz Trade warnt jedoch, dass die Aufwertung des Rubels für die heimische Wirtschaft zweischneidig sein könnte. Ein starker Kurs mindert die Einnahmen des Staates aus den Devisen-basierten Energieexporten. Langfristig könnte die Nutzung des Finanzsystems als politisches Instrument dazu führen, dass Staaten ihre Abhängigkeit vom US-Dollar reduzieren und alternative Finanzstrukturen aufbauen, um sich gegen künftige Sanktionen zu wappnen.