Allianz Trade Umfrage: Unternehmen erwarten trotz Nahost-Konflikt Exportwachstum
Laut der globalen Allianz Trade Umfrage 2026 erwarten 75 % der Unternehmen ein Exportwachstum. Der Nahost-Konflikt hat die Risikowahrnehmung verändert, aber die Wachstumserwartungen nicht gebremst.

Laut der globalen Allianz Trade Umfrage 2026 erwarten 75 % der befragten Unternehmen im Jahr 2026 ein positives Exportwachstum, was auf widerstandsfähige Aussichten trotz des andauernden Konflikts im Nahen Osten hindeutet. Die Umfrage, an der 6.000 Unternehmen aus 13 Märkten im Februar und März 2026 teilnahmen, legt nahe, dass der Konflikt zwar die globale Risikokarte nach einem Jahr Handelskrieg neu geordnet hat, aber die Erwartungen hinsichtlich des Exportwachstums nicht grundlegend beeinträchtigt hat.
Trotz anhaltenden Optimismus hat der Konflikt die Bedingungen für die Handelsfinanzierung verschärft. Zahlungsfristen verlängern sich, und es wird erwartet, dass das Risiko von Nichtzahlung insbesondere in den Sektoren Pharmazie, Bauwesen und Computer/Telekommunikation steigt. Geopolitische und politische Risiken haben sich für 65 % der Unternehmen zur führenden globalen Bedrohung entwickelt und übertreffen die Komplexität und Konzentration von Lieferketten, die 2025 die Hauptsorge darstellten.
Als Reaktion auf die seit 2025 aufgetretenen Störungen in den Lieferketten haben Unternehmen Minderungsstrategien implementiert. Lageraufbau und Diversifizierung in neue Märkte sind üblich, ebenso wie die Beschaffung von neuen Lieferanten und die Umleitung der Logistik zur Umgehung von Handelshemmnissen. Unternehmen suchen aktiv nach alternativen Schifffahrtsrouten und -reedereien und arbeiten mit Zollagenten zusammen, um Abfertigungsprozesse zu beschleunigen.
Europa und Asien entwickeln sich zu wichtigen Regionen für zukünftiges Exportwachstum. Unternehmen priorisieren Stabilität und Marktöffnung, wobei das Interesse an Europa als Exportziel, insbesondere bei Exportunternehmen aus Singapur und den USA, zunimmt. Neue Handelsabkommen unterstützen Wachstumschancen, obwohl nicht-tarifäre Handelshemmnisse weiterhin eine erhebliche Einschränkung darstellen, um Handelszugang in tatsächliches Exportwachstum umzuwandeln.