Allianz Trade: Risiken im britischen verarbeitenden Gewerbe steigen
Einem Bericht von Allianz Trade zufolge sieht sich die britische verarbeitende Industrie zunehmenden Risiken gegenüber. Unternehmen bremsen Ausgaben angesichts verlangsamten Wachstums, gestörter Lieferketten und rückläufiger Fabrikaktivität.

Der britische Sektor der verarbeitenden Industrie sieht sich laut einem im Dezember 2024 veröffentlichten Sektorbericht von Allianz Trade steigenden Risiken gegenüber. Unternehmen halten sich mit Ausgaben im Vorfeld des Herbstbudgets zurück, was zu dem ersten Rückgang der Fabrikaktivität seit April führte, wie die neuesten Einkaufsmanagerindizes (PMI) zeigen. Auch die Zukunftserwartungen für den Sektor sind auf den niedrigsten Stand seit neun Monaten gefallen.
Der Bericht hebt mehrere zentrale Herausforderungen hervor, die die Branche beeinträchtigen. Das langsamere Produktionswachstum und ein rückläufiger Exportnachfrage aus Europa, einer Region mit sehr geringem Wachstum, sind erhebliche Besorgnisse. Obwohl die Inflation nachgelassen hat und den Druck auf die Inputkosten verringert, werden die hohen Frachtkosten größtenteils an die Kunden weitergegeben. Die Gesamtsituation variiert jedoch je nach Endverbrauchernachfrage und davon, ob ein Unternehmen in Märkte exportiert, die derzeit ein geringes Wachstum verzeichnen.
Die Stärken des Sektors umfassen High-End-Hersteller mit qualifizierten Arbeitskräften und spezialisierten Produkten, die oft langfristige Liefervereinbarungen haben. Auch Bemühungen um Re-Shoring, angetrieben durch weltweite Lieferverzögerungen und Störungen, schaffen Möglichkeiten für lokale Hersteller. Als Schwächen werden Konzentrationsrisiken bei wichtigen Kunden oder Lieferanten sowie steigende Input- und Energiekosten genannt, die insbesondere rohstofforientierte Hersteller mit geringen Margen betreffen.
Technologische Anpassung, anhaltende Probleme in der Lieferkette, verschärft durch globale Ereignisse wie Angriffe auf die Schifffahrt im Roten Meer, unsichere Auslandsmarkt-Aussichten und Belastungen auf dem Arbeitsmarkt werden als kritische Trends identifiziert, die die Industrie prägen. Der Bericht erwähnt auch die anhaltenden Auswirkungen von Brexit-bedingten Handelshemmnissen auf Lieferketten und Exporte.