Alternative Proteine könnten Emissionen erheblich reduzieren
Ein BCG-Bericht zeigt, dass die Erhöhung alternativer Proteine auf die Hälfte des globalen Marktes die Emissionen aus Landwirtschaft und Landnutzung bis 2050 um fast ein Drittel senken könnte, vergleichbar mit der Stilllegung der Hälfte aller benzinugetriebenen Autos.

Die Erhöhung des Anteils alternativer Proteine auf die Hälfte des globalen Proteinmarktes, einschließlich Milchprodukten, könnte die Treibhausgasemissionen aus Landwirtschaft und Landnutzung bis 2050 um fast ein Drittel reduzieren. Dies geht aus einem neuen Bericht der Boston Consulting Group (BCG), The Good Food Institute (GFI) und Synthesis Capital hervor. Diese Reduktion würde jährlich etwa 5 Gigatonnen CO2-Äquivalente einsparen, was der Stilllegung von 50 % aller benzinbetriebenen Autos entspricht.
Die Tierhaltung ist ein bedeutender Verursacher globaler Treibhausgasemissionen und trägt schätzungsweise 15 bis 20 % zum Gesamtaufkommen bei, mehr als der Personenstraßenverkehr. Der Marktanteil alternativer Proteine ist jedoch weiterhin gering, wobei pflanzliche Fleischprodukte im US-Einzelhandel nur etwa 1 % des Umsatzes von Fleisch ausmachen.
Der Bericht zieht Parallelen zur Elektrofahrzeug (EV)-Industrie, deren Anteil am Neuwagenverkauf von 0,2 % im Jahr 2012 auf 18 % im Jahr 2023 anstieg. Im Gegensatz dazu erhielt die alternative Proteinindustrie im Jahr 2022 nur 635 Millionen US-Dollar staatliche Unterstützung, verglichen mit rund 40 Milliarden US-Dollar direkter Subventionen für EVs. Diese Diskrepanz in der Unterstützung hat zur schnelleren Expansion des EV-Sektors beigetragen.
Um das Wachstum zu beschleunigen, schlägt der Bericht vor, dass die alternative Proteinindustrie von der EV-Branche lernen kann. Schlüsselstrategien umfassen Innovationen, um konventionelle tierische Proteine in Geschmack, Textur, Preis und Bequemlichkeit zu übertreffen. Die Studie betont auch die Notwendigkeit staatlicher Unterstützung, wie ehrgeizige Emissionsreduktionsziele für das Lebensmittelsystem und Forschungsförderung. Erhöhte öffentliche und private Investitionen sind ebenfalls entscheidend, um die Entwicklung und Skalierung der Industrie zu fördern.