Amazon schränkt Zugriff auf Kundenrezensionen wegen KI-Bedenken ein
Amazon begrenzt die Anzahl der Produktbewertungen, die einige Nutzer sehen können. Die Maßnahme soll KI-Daten-Scraping eindämmen, blockiert aber auch legitime Kunden.

Amazon blockiert unbeabsichtigt einige seiner menschlichen Kunden vom Zugriff auf Produktbewertungen, während der E-Commerce-Riese versucht, unerlaubtes Data-Scraping durch KI-Bots zu verhindern. Das Unternehmen bestätigte, dass es daran arbeitet, das Scraping einzuschränken, aber seine Maßnahmen kennzeichnen fälschlicherweise legitime Käufer als Bots, was zu Nutzerbeschwerden führt.
Betroffene Kunden berichten, dass sie nur eine begrenzte Anzahl von Bewertungen pro Produkt einsehen können. Um wieder vollen Zugriff zu erhalten, müssen sie einen E-Mail-Appell an Amazon senden und mehrere Werktage auf eine Lösung warten. Amazon hat "isolierte Fälle" eingeräumt, in denen Kunden Zugangsprobleme hatten, und erklärt, man habe daran gearbeitet, den Zugang wiederherzustellen.
Details darüber, wann die Beschränkungen begannen, wie viele Nutzer betroffen sind oder welches spezifische Verhalten zu Fehlalarmen führt, werden von Amazon nicht offengelegt. Ein langjähriger Prime-Abonnent, Fred Hall, wurde vom Kundenservice darüber informiert, dass er gegen die Nutzungsbedingungen bezüglich Datenerfassung verstoßen habe, trotz seiner Angaben zur normalen Nutzung. Er äußerte Frustration über den mangelnden Einblick und die seiner Meinung nach zu sensible algorithmische Abstimmung.
Die Situation spiegelt eine breitere Herausforderung der Branche wider: Da KI-Agenten menschliches Verhalten online immer besser nachahmen können, haben Plattformen Schwierigkeiten, zwischen Bots und echten Nutzern zu unterscheiden. Dies hat andere Unternehmen wie Google mit seinen reCAPTCHA-Updates und Reddit durch die Blockierung von Suchmaschinen dazu veranlasst, neue Verifizierungsmethoden einzuführen, was potenziell die Reibung für alle Nutzer erhöht.
Amazons Bemühungen zur Bekämpfung von KI-Scraping gehen auch über rechtliche Schritte hinaus, einschließlich einer Klage gegen das KI-Unternehmen Perplexity. Dieser andauernde Kampf verdeutlicht die Schwierigkeit für Plattformen, ihre Daten zu schützen und gleichzeitig ein reibungsloses Erlebnis für ihre echten Kunden zu gewährleisten.