Analyse: Warum Unternehmensverkäufe 2026 zunehmend scheitern
Ein M&A-Experte erläutert die aktuellen Marktdynamiken. Besonders der Einfluss von KI auf die Bewertung von Dienstleistungsunternehmen steht im Fokus.

Der Markt für Fusionen und Übernahmen im Jahr 2026 verzeichnet eine zunehmende Zahl an abgebrochenen Transaktionen. Hugo Jimenez von der Performance Advisory Group stellt fest, dass die Ursachen über das allgemeine Zinsumfeld hinausgehen und eng mit der strategischen Nutzung von KI verknüpft sind.
Anfang des Jahres herrschte bei Investoren Skepsis gegenüber Unternehmen ohne physische Vermögenswerte, da die Befürchtung bestand, dass KI das Personal verdrängen könnte. Heute bevorzugen Käufer Unternehmen, die KI nutzen, um ihre Mitarbeiter zu unterstützen und organisches Wachstum zu fördern. Unternehmen, die KI ignorieren oder lediglich als Ersatz für Arbeitskräfte betrachten, erleben hingegen eine Abwertung.
In Sektoren wie der häuslichen Krankenpflege und dem Handwerk bleibt die Nachfrage stabil, da diese Dienstleistungen nur schwer zu automatisieren sind. Bei Marketingagenturen hingegen ist der Markt für kleinere Anbieter überlaufen, was die Preise drückt. Agenturen mit einem EBITDA von über einer Million Euro erzielen jedoch weiterhin gute Bewertungen.
Ein häufiger Grund für das Scheitern von Verhandlungen während des Prozesses ist ein rückläufiger Umsatz. Wenn die betriebliche Leistung während der Verkaufsphase sinkt, spiegeln die Kaufangebote den aktuellen, schwächeren Zustand des Unternehmens wider. Dies führt häufig dazu, dass Gründer den Verkauf abbrechen, anstatt geringere Bewertungen zu akzeptieren.