Analysten: Sony wird wohl kaum Entscheidung zu physischen Spielen revidieren
Sony hat angekündigt, die Veröffentlichung physischer PlayStation-Spiels Disc bis 2028 einzustellen, was zu starkem Widerstand von Spielern führt. Analysten halten die Entscheidung jedoch für wahrscheinlich endgültig.

Der Spielekonsolenhersteller Sony hat angekündigt, die Veröffentlichung physischer Spiele-Discs für seine PlayStation-Plattform bis 2028 einzustellen. Diese Entscheidung hat erheblichen Widerstand von Spielern hervorgerufen, die ihren Unmut in sozialen Medien äußern und das Unternehmen zur Überprüfung auffordern.
Branchenanalysten zufolge ist es jedoch höchst unwahrscheinlich, dass Sony seine Linie ändern wird. Mat Piscatella, Analyst bei Circana im Bereich der Spieleindustrie, wies darauf hin, dass in den USA bis zum 11. Juli dieses Jahres nur sieben PlayStation-Spiele über 100.000 physische Exemplare verkauft haben. Lediglich zwei Titel überschritten die Marke von 10.000 verkauften Einheiten.
Diese Zahlen beziehen sich ausschließlich auf den US-Markt. Kim Bayley, CEO der britischen Entertainment Retailers Association (ERA), erklärte, dass 25 Prozent der Spieler unter 25 Jahren immer noch physische Spiele-Discs nutzen. Piscatella fügte hinzu, dass der Großteil des Spieleverkaufs inzwischen digital erfolgt. Er erwähnte, dass über die Hälfte der verkauften Xbox Series X-Konsolen keine Laufwerke enthielten, ebenso wie über ein Viertel der PlayStation 5-Konsolen.
Serkan Toto, CEO der Spieleberatungsfirma Kantan Games, schätzt, dass selbst wenn 500.000 Spieler ihre PlayStation Plus-Abonnements kündigen würden, dies für Sony nur eine geringfügige Auswirkung hätte. Er erklärte, dass Sony über 120 Millionen aktive Nutzer hat, von denen 50 Millionen PS Plus beziehen. Eine Kündigung von 500.000 Abonnements würde einem Rückgang von nur etwa einem Prozent entsprechen, was nicht ausreicht, um Sony zu einer Kehrtwende zu bewegen.
Die Umstellung auf ein reines Digitalgeschäft erhöht Sonys Gewinnmargen erheblich. Bei eigenen Spielen behält Sony fast 100 Prozent der Einnahmen aus digitalen Verkäufen, im Vergleich zu etwa 65 Prozent bei physischen Kopien nach Abzug von Händleranteilen und Produktionskosten. Bei Spielen von Drittanbietern wie Call of Duty erhält Sony 30 Prozent aus digitalen Verkäufen, während physische Veröffentlichungen nur etwa 15 Prozent Lizenzgebühren einbringen.