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Technologie

Anthropic verschiebt Börsengang angesichts wachsender Marktbedenken

Das KI-Unternehmen Anthropic hat seinen geplanten Börsengang verschoben, während Investoren die hohen Kosten und die Rentabilität des Sektors zunehmend hinterfragen.

22. Oktober 2026
Anthropic verschiebt Börsengang angesichts wachsender Marktbedenken

Anthropic hat den geplanten Börsengang auf November verschoben, nachdem der Markt die angestrebte Bewertung von 2 Billionen US-Dollar kritisch hinterfragt hat. Das Unternehmen verzeichnete 2025 einen Nettoverlust von 42 Milliarden US-Dollar, während gleichzeitig langfristige Infrastrukturverpflichtungen in Höhe von über 518 Milliarden US-Dollar bestehen. Kritiker bemängeln, dass 80 Prozent dieser Ausgaben unabhängig von der tatsächlichen Nutzung anfallen.

Zusätzlich zum finanziellen Druck setzt der Aufstieg von Open-Weight-KI-Modellen das Geschäftsmodell von Anthropic unter Zugzwang. Da diese Modelle zunehmend vergleichbare Leistungen zu deutlich geringeren Kosten für Unternehmen bieten, schwindet der Spielraum für die proprietären Preisstrukturen des Unternehmens. Branchenanalysten bezweifeln, dass die notwendigen Gewinnmargen erreicht werden können, um die hohen IPO-Bewertungen zu stützen.

Der IPO-Aufschub folgt auf öffentliche Bedenken bezüglich der Sicherheit von KI-Systemen, unter anderem geäußert durch New Yorker Pensionsfonds. Die Entscheidung von Wettbewerbern wie OpenAI, ebenfalls vorerst von einem Börsengang abzusehen, spiegelt eine wachsende Vorsicht in der gesamten Branche wider, in der bisher nur wenige Unternehmen eine messbare Kapitalrendite aus generativer KI nachweisen konnten.

Originalquelle: news.crunchbase.com