Argentinien bewirbt sich als regulierungsfreier Standort für KI-Rechenzentren
Präsident Javier Milei versucht, Technologieunternehmen mit dem Versprechen minimaler KI-Regulierung und günstiger Energie nach Patagonien zu locken.

Die argentinische Regierung verfolgt eine aggressive Strategie, um internationale Tech-Konzerne anzuziehen, indem sie eine Politik der „freien Hand“ bei der Regulierung künstlicher Intelligenz verspricht. Präsident Javier Milei strebt mit Steuersenkungen für Großinvestitionen an, das Land als Zufluchtsort für datenintensive Infrastruktur zu etablieren, die in anderen Regionen zunehmend unter behördlicher Beobachtung steht.
Patagonien wird aufgrund seiner geografischen Bedingungen als idealer Standort für Rechenzentren gehandelt. Neben einem kühlen Klima, das die Kühlkosten minimiert, verfügt die Region über große Windkraftpotenziale und die Gasvorkommen von Vaca Muerta. Energieversorger hoffen, die Datencenter als Abnehmer für ihre überschüssige Energie zu gewinnen.
Experten warnen jedoch vor den Risiken eines unregulierten Marktes. Es fehlt an klaren gesetzlichen Rahmenbedingungen zum Datenschutz und zum Umgang mit urheberrechtlich geschützten Inhalten beim KI-Training. Zudem bleibt die wirtschaftliche Instabilität Argentiniens ein zentrales Hindernis; viele Investoren zögern, bis die politische Beständigkeit der aktuellen marktwirtschaftlichen Reformen über die nächsten Wahlen hinaus gesichert ist.