ARTE-Dokumentation "Eine Geschichte des Antisemitismus" gestartet
Die vierteilige ARTE-Dokumentation "Eine Geschichte des Antisemitismus" beleuchtet die Ursprünge und Entwicklung judenfeindlicher Gewalt von der Antike bis zur Gegenwart.

Am 12. April 2022 startete der Sender ARTE die vierteilige Dokumentationsreihe "Eine Geschichte des Antisemitismus". Die von Jonathan Hayoun für ARTE France konzipierte Reihe untersucht die historischen Wurzeln und die Entwicklung von Gewalt und Diskriminierung gegen Juden, beginnend in der antiken Stadt Alexandria.
Die Dokumentation zeichnet nach, wie sich antijüdische Haltungen entwickelten. Sie beleuchtet, wie die Trennung von Judentum und aufkommendem Christentum und die damit verbundene Theologie zur Stigmatisierung von Juden als "Christusmörder" beitrug. Trotz späterer Aufklärung und des Schutzes durch weltliche Herrscher kam es immer wieder zu Pogromen, die in den Holocaust mündeten.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Frage, warum die erste große Welle antijüdischer Gewalt gerade im antiken Alexandria unter römischer Herrschaft entstand. Die Reihe untersucht auch die Etablierung von Antijudaismus in christlichen und muslimischen Kulturen. Sie thematisiert das "Goldene Zeitalter" der Juden auf der Iberischen Halbinsel und die daraus folgenden Pogrome sowie die organisierten Gewaltexzesse während der Kreuzzüge.
Die Dokumentation endet nicht mit dem Holocaust, bei dem sechs Millionen Juden ermordet wurden. Sie zeigt auf, dass der Antisemitismus auch nach 1945 fortbestand und zu erneuten Pogromen und Vertreibungen aus östlichen Regionen und arabischen Ländern führte. Die Reihe zielt darauf ab, ein tieferes Verständnis für die Ursachen und anhaltenden Folgen dieses jahrtausendealten Phänomens zu vermitteln.