Atradius-Bericht: B2B-Zahlungspraktiken in Mittel- und Osteuropa verschlechtern sich
Ein neuer Bericht von Atradius Kreditversicherung zeigt einen klaren negativen Trend im B2B-Zahlungsverhalten in Mittel- und Osteuropa. Immer mehr Unternehmen berichten von zunehmenden Zahlungsverzögerungen.

Die Geschäftspraktiken im B2B-Zahlungsverkehr in Mittel- und Osteuropa (CEE) zeigen eine deutliche Verschlechterung, so ein neuer Bericht von Atradius Kreditversicherung. Die Umfrage „B2B payment practices trends in Central and Eastern Europe 2025“ ergab, dass deutlich mehr Unternehmen von zunehmenden Zahlungsverzögerungen berichten als von Verbesserungen.
Die Umfrage zeigt, dass überfällige Rechnungen durchschnittlich 53 % aller B2B-Kreditverkäufe in der CEE-Region ausmachen. Uneinbringliche Forderungen belaufen sich auf durchschnittlich 8 % aller B2B-Rechnungen, wobei die Tschechische Republik am stärksten betroffen ist. Viele Unternehmen haben Schwierigkeiten, Liquidität freizusetzen, da die Lagerbestände stagniert oder zugenommen haben, was zusätzliches Kapital bindet.
Mit Blick auf die Zukunft erwartet mehr als die Hälfte der Unternehmen in der CEE-Region (54 %) einen Anstieg der B2B-Kundeninsolvenzen in den kommenden Monaten. Dies deutet auf wachsende Bedenken hinsichtlich Zahlungsausfällen und zunehmenden finanziellen Druck für Unternehmen hin.
Zur Bewältigung der Liquiditätsengpässe haben viele Unternehmen ihre Kennzahlen für verkaufte Forderungslaufzeit (DSO) und Lieferantenverbindlichkeitslaufzeit (DPO) stabil gehalten und signifikante Lageraufstockungen vermieden. Bankkredite, Lieferantenkredite und Factoring sind die Hauptmethoden zur Überbrückung von Working-Capital-Lücken.
Der Bericht basiert auf der jährlichen „Payment Practices Barometer“-Umfrage von Atradius. Die CEE-Umfrage 2025 umfasste Unternehmen aus Bulgarien, der Tschechischen Republik, Ungarn, Polen, Rumänien, der Slowakei, Slowenien und der Türkei.