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Atradius: B2B-Zahlungspraktiken in der Türkei verschlechtern sich

Ein neuer Bericht von Atradius Kreditversicherung zeigt eine Verschlechterung der B2B-Zahlungspraktiken in der Türkei. Dies führt zu zunehmenden Zahlungsverzögerungen und Liquiditätsdruck für Unternehmen.

25. Juli 2026
Atradius: B2B-Zahlungspraktiken in der Türkei verschlechtern sich

Atradius Kreditversicherung hat einen Bericht veröffentlicht, der eine Verschlechterung der Geschäftspraktiken im B2B-Zahlungsverkehr in der Türkei aufzeigt. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Unternehmen in der Türkei einem steigenden Zahlungsverzugrisiko und Liquiditätsdruck ausgesetzt sind, bedingt durch ein sich verschlechterndes Zahlungsverhalten.

Die Umfrage ergab, dass im Durchschnitt 41 % der B2B-Verkäufe in der Türkei auf Kredit erfolgen, was leicht unter dem Durchschnitt für Zentral- und Osteuropa (CEE) liegt. Mittlere und große Unternehmen im Bau- und Handelssektor treiben diese Kreditaktivitäten am stärksten an. Der Bericht deutet auf eine stärkere Verlagerung hin zu kreditbasiertem B2B-Handel in der Türkei im Vergleich zur CEE-Region hin. Die Zahlungsbedingungen in der Türkei sind spürbar flexibler als im regionalen Durchschnitt. So gewähren 56 % der Unternehmen Zahlungsfristen von mehr als 30 Tagen, und längere Fristen von drei Monaten oder mehr sind ebenfalls häufiger anzutreffen, was die Türkei zum flexibelsten Markt der Region macht, da Unternehmen versuchen, die Verkäufe aufrechtzuerhalten.

Das B2B-Zahlungsverhalten in der Türkei hat sich jedoch in den letzten Monaten verschlechtert. Mehr Unternehmen berichten von Zahlungsverzögerungen als von schnelleren Begleichungen, was im Gegensatz zu den unterstützenderen Bedingungen in der CEE-Region steht. In der Türkei melden 86 % der Unternehmen Zahlungsverzögerungen von Kunden, und über ein Drittel der Rechnungen sind überfällig, was den CEE-Durchschnitt übersteigt. Mittlere Unternehmen im Handelssektor sind davon besonders betroffen. Der Anteil überfälliger Rechnungen ist weiter gestiegen, was auf einen wachsenden Liquiditätsdruck hindeutet. Über drei Viertel der Unternehmen nennen Liquiditätsengpässe bei Kunden als Hauptursache für diese Verzögerungen.

Die Forderungseinziehung dauert ebenfalls länger, mit häufigeren Berichten über Zahlungen, die in der Türkei mehr als zwei Monate zu spät eingehen. Dies trägt zu einer höheren Wahrscheinlichkeit von Kreditausfällen bei. Etwa ein Viertel der Unternehmen meldet steigende Kreditverluste, die oft 5 % der Forderungen übersteigen. Diese Zahlungsverzögerungen und Einziehungsprobleme haben erhebliche operative Folgen: Unternehmen in der Türkei berichten doppelt so häufig von Störungen in der Cashflow-Planung wie in der CEE-Region.

Zur Risikosteuerung priorisieren türkische Unternehmen den sofortigen Kapitalschutz. Sie fordern häufiger Bargeld oder gesicherte Zahlungen und nutzen Anreize für frühzeitige Zahlungen. Kürzere Zahlungsziele werden ebenfalls häufiger eingeführt, und die Inanspruchnahme von Kreditversicherungen ist höher als in der CEE, was auf eine erhöhte Risikoexposition hinweist. Mit Blick auf die Zukunft erwarten in der Türkei mehr Unternehmen als in der CEE kurzfristig einen Anstieg der Insolvenzquoten, was die Bedenken hinsichtlich finanzieller Schwäche verstärkt.

Originalquelle: atradius.de