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Technologie

Australien plant Wahlmöglichkeit für Social-Media-Feeds

Australiens Regierung erwägt neue Gesetze, die Nutzern von sozialen Medien die Möglichkeit geben würden, algorithmischen Inhalts-Feeds abzuwählen. Der Gesetzentwurf zielt auch darauf ab, Kinder vor schädlichen Online-Inhalten zu schützen.

8. September 2026
Australien plant Wahlmöglichkeit für Social-Media-Feeds

Die australische Regierung hat einen Gesetzentwurf angekündigt, der Nutzern sozialer Medien die Wahl geben würde, algorithmisch kuratierte Feeds abzuwählen. Laut Regierung würden die neuen Gesetze es Nutzern über 16 Jahren ermöglichen, die Kontrolle darüber zu übernehmen, welche Inhalte sie sehen.

"Wir werden soziale Medienplattformen verpflichten, Werkzeuge zur Stärkung der Nutzer bereitzustellen, die Menschen über 16 Jahren eine echte und dauerhafte Wahl darüber geben, was sie in ihren Feeds sehen", sagte Premierminister Anthony Albanese gegenüber Reportern in Canberra.

Der vorgeschlagene Gesetzentwurf, bekannt als Digital Duty of Care, würde auch Maßnahmen zum Schutz von Kindern vor Inhalten einführen, die Essstörungen, feindselige Ansichten gegenüber Frauen, Pornografie, kriminelle Aktivitäten, gefährliche Stunts und Inhalte, die ernsthafte psychische Belastungen verursachen, fördern. Plattformen, die sich nicht daran halten, könnten mit Strafen von bis zu 109,2 Millionen australischen Dollar (ca. 78,6 Millionen US-Dollar) belegt werden.

Dieser Schritt folgt auf Australiens Einführung von weltweit ersten Gesetzen im Dezember, die Kindern unter 16 Jahren den Besitz von Konten auf großen Social-Media-Plattformen wie Instagram, Facebook und TikTok verbieten. Nach den vorgeschlagenen Gesetzen müssten Plattformen die Nutzer über ihre Feed-Optionen informieren. Nutzer könnten sich dafür entscheiden, personalisierte, von Algorithmen empfohlene Inhalte zu erhalten, oder Inhalte nur von Freunden und Erstellern sehen, denen sie folgen.

Über soziale Medien hinaus würden die vorgeschlagenen Gesetze auf andere digitale Dienste ausgeweitet, darunter Online-Spiele, Apps und KI-Chatbots, und diese verpflichten, Kinder vor Designmerkmalen zu schützen, die das Verhalten negativ beeinflussen, wie z. B. Suchtfunktionen und solche, die das Selbstwertgefühl beeinträchtigen. Australiens E-Safety Commissioner hatte zuvor erklärt, dass rechtliche Schritte gegen große Plattformen wegen angeblicher Nichteinhaltung ihrer Pflichten, Minderjährige offline zu halten, erwogen würden.

Originalquelle: fastcompany.com