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Technologie

Australien plant Gesetz zur Deaktivierung von Algorithmus-Empfehlungen in sozialen Medien

Die australische Regierung bereitet einen Gesetzesentwurf vor, der soziale Medien dazu verpflichten würde, Nutzern die Möglichkeit zu geben, algorithmische Empfehlungssysteme abzuschalten. Der Vorschlag ist Teil eines neuen "digitalen Sorgfaltspflicht"-Rahmens.

7. September 2026
Australien plant Gesetz zur Deaktivierung von Algorithmus-Empfehlungen in sozialen Medien
Bild ist eine KI-generierte Illustration

Australien plant die Einführung eines Gesetzes, das soziale Medienplattformen dazu verpflichtet, Nutzern die Möglichkeit zu geben, algorithmische Empfehlungssysteme zu deaktivieren. Dieser Gesetzesentwurf ist Teil eines umfassenderen Rahmens für eine "digitale Sorgfaltspflicht" ("digital duty of care"), den die Regierung entwickelt.

Die vorgeschlagene Regelung würde es Nutzern ermöglichen, auf chronologische Feeds umzusteigen, die Inhalte ausschließlich von abonnierten Konten und Gruppen anzeigen und somit algorithmische Kurierungen umgehen. Ziel ist es, die Verbreitung schädlicher Inhalte in Bezug auf Körperbild, Sicherheit von Frauen und Kinderschutz einzudämmen, Bereiche, in denen algorithmische Systeme als verstärkend für Probleme identifiziert wurden.

Zusätzlich zur Option, Algorithmen zu deaktivieren, würde das Gesetz Plattformen verpflichten, problematische oder illegale Inhalte besser zu identifizieren und zu bearbeiten. In einer separaten Gesetzesänderung sollen die Strafen für Nichteinhaltung von Altersüberprüfungsregeln für soziale Medien verdoppelt und die Befugnisse der Regulierungsbehörden zur Einbeziehung Dritter erweitert werden.

Dieser Schritt spiegelt eine wachsende globale Besorgnis über algorithmische Transparenz und Einflussnahme wider. Jüngste Ereignisse, wie die französische Untersuchung gegen X wegen mutmaßlicher Manipulation der öffentlichen Debatte und Metas "Dear Algo"-Funktion auf Threads, unterstreichen die zunehmende Forderung nach Nutzerkontrolle. Obwohl Plattformen traditionell algorithmische Feeds bevorzugt haben, aus Sorge vor geringerer Nutzerbindung, deuten Studien darauf hin, dass chronologische Feeds das politische Wissen oder Verhalten von Nutzern nicht wesentlich beeinflussen.

Originalquelle: medianama.com