Autorin: Ein ausgeglichenes Tempo ist der Schlüssel zu Produktivität und Wohlbefinden
Langfristiger Erfolg und Wohlbefinden basieren auf bewusstem Energiemanagement anstatt auf Pendelbewegungen zwischen Überlastung und Rückzug, so ein neues Buch.

Ein gleichmäßiges Tempo fördert langfristigen Erfolg und beugt Burnout vor
Autorin und Wissenschaftsjournalistin Elizabeth Svoboda präsentiert in ihrem neuen Buch „The Art of Pacing“ eine Kernbotschaft: Wahre Produktivität und langfristiges Wohlbefinden basieren auf bewusstem Energiemanagement und nicht auf flüchtigen Leistungsschüben oder Rückzug.
Svoboda argumentiert, dass das Konzept des ausgewogenen Tempos außerhalb des sportlichen Bereichs wenig Beachtung findet. Viele Menschen greifen auf extreme Maßnahmen zurück – entweder „110 % geben“ oder im „Stillen kündigen“. Doch keine dieser Extremen führt zu dauerhafter Erfüllung. Ständige Überlastung führt unweigerlich zu Burnout, während sich anhaltender Rückzug, obwohl er Erholung bietet, nicht mit dem menschlichen Bedürfnis nach einem Sinngefühl deckt.
Stattdessen plädiert Svoboda für eine „mittlere“ Strategie, die Parallelen zur Energielenkung von Leistungssportlern zieht. Sportler lernen, ihre Leistung bewusst zu steuern, indem sie beispielsweise bei bestimmten Punkten eines Rennens 50 % oder 75 % ihrer Kapazität als Teil eines größeren Plans einsetzen. Ähnlich können Einzelpersonen lernen, Fortschritte bei wichtigen Dingen zu erzielen, ohne ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden zu opfern.
Energiemanagement ist wichtiger als Zeitmanagement
Um Burnout vorzubeugen, ist es entscheidend, vom reaktiven Energiemanagement zu einem proaktiven Ansatz überzugehen. Anstatt auf einen vollständigen Zusammenbruch zu warten, bevor man eine Pause einlegt, sollte man bewusste Anpassungen im Arbeitsrhythmus, bei den Erholungspraktiken und den Pausenlängen vornehmen, bevor man die Grenze der Erschöpfung erreicht. Studien zeigen, dass die Erholung von starkem Stress Jahre dauern kann, wobei eine vollständige Erholung selten ist.
Svoboda betont auch die Überlegenheit des Energiemanagements gegenüber dem Zeitmanagement. Eine genaue Terminplanung kann ein fragiles System sein, das beim ersten Störfall zusammenbricht. Energiemanagement nutzt hingegen die natürlichen Rhythmen des Menschen: Die wichtigsten und anspruchsvollsten Aufgaben werden während der natürlichen Spitzenenergiephasen geplant, während weniger intensive Tätigkeiten, wie das Lesen von E-Mails, in Energie-Tiefphasen erledigt werden.
Selbst kurze, bedeutungsvolle Begegnungen und Kontakte zu anderen Menschen können langfristige Zufriedenheit bringen. Diese „kurzen Kerzen“ können Lebenswege erheblich verändern, ohne dass ständige, erhebliche Zeitinvestitionen erforderlich sind. Diese Form der Generativität, oder des sozialen Beitrags, ist entscheidend für dauerhaftes Glück.