Micron prognostiziert starken Anstieg des Speicherbedarfs in Autos bis 2026
Der durchschnittliche Speicherbedarf von DRAM und NAND pro Fahrzeug wird bis 2026 voraussichtlich um über 200 % steigen, angetrieben durch zunehmende KI und fortschrittliche Systemintegration.

Der Chiphersteller Micron Technology prognostiziert bis 2026 einen erheblichen Anstieg des Speicherbedarfs in der Automobilindustrie. Das Unternehmen schätzt, dass ein durchschnittliches Fahrzeug dann rund 278 Gigabyte (GB) DRAM- und NAND-Speicher nutzen wird. Dies stellt eine Steigerung von über 208 % gegenüber den etwa 90 GB dar, die im Jahr 2023 verwendet wurden.
Dieser Nachfrageschub wird durch die zunehmende Komplexität der Fahrzeuginformatik angetrieben. Dazu gehören fortschrittliche Infotainmentsysteme, Fahrerassistenzsysteme (ADAS), verbesserte Sicherheitssysteme und die Integration von Künstlicher Intelligenz (KI). Für hoch entwickelte autonome Fahrfunktionen, wie z. B. L4-Autonomie, könnte der Speicherbedarf sogar bis zu 300 GB pro Fahrzeug betragen.
Die steigende Nachfrage nach Speicherchips in Fahrzeugen erfolgt vor dem Hintergrund einer breiteren globalen Verknappung, die verschiedene Branchen betrifft. Der Bedarf des Automobilsektors an diesen Komponenten intensiviert sich, da KI-Anwendungen und Rechenzentren ebenfalls ihren Verbrauch von Speicherressourcen erhöhen. Diese doppelte Nachfrage kann zu angespannten Lieferketten und Preisdruck für Speicherchips in Automobilqualität führen.
Branchenanalysten stellen fest, dass der Anteil der KI an der DRAM-Nutzung voraussichtlich erheblich steigen wird. Obwohl Automobilanwendungen derzeit einen kleineren Teil des gesamten Speicherverbrauchs ausmachen, könnte das starke Wachstum der Nachfrage aus den Bereichen KI und Rechenzentren die Produktionskapazitäten für Automobil-Speicherchips belasten und damit Versorgungsprobleme und Kostensteigerungen verschärfen.