Autoproduktion sinkt 2026 durch Protektionismus und langsame E-Mobilität
Die globale Automobilproduktion wird laut Atradius Kreditversicherung im Jahr 2026 voraussichtlich um 0,2 % zurückgehen. Gründe sind Handels protektionismus, eine uneinheitliche Umstellung auf Elektrofahrzeuge und eine gedämpfte Konsumstimmung.

Die globale Produktion von Kraftfahrzeugen und Teilen wird im Jahr 2026 voraussichtlich um 0,2 % zurückgehen, nach einem Anstieg von 2,9 % im Vorjahr, wie aus einem Branchenbericht von Atradius Kreditversicherung hervorgeht. Dieser Rückgang ist auf zunehmenden Handels protektionismus, eine uneinheitliche Umstellung auf Elektrofahrzeuge (EVs) in verschiedenen Märkten und eine gedämpfte Konsumstimmung zurückzuführen.
Der Bericht hebt hervor, dass China weiterhin als Wachstumstreiber fungieren dürfte, während entwickelte Märkte, insbesondere in Europa, mit erheblichen Gegenwind rechnen müssen. Dazu gehören eine schwache Nachfrage, steigende Kosten und strukturelle Überkapazitäten. Der jüngste Krieg am Golf führte zu einem Anstieg der Energiepreise und schwächte das Verbrauchervertrauen, was die Ausgaben für nicht-essenzielle Güter wie Neuwagen beeinträchtigte.
Die globalisierten Lieferketten der Automobilindustrie sind nach wie vor sehr anfällig für geopolitische Risiken und Handelsspannungen. Die Abhängigkeit von kritischen Mineralien, die für die Produktion von EVs unerlässlich sind, stellt eine strategische Schwachstelle dar. Obwohl die Verkäufe von Hybrid- und Elektrofahrzeugen in Märkten wie den USA und Europa auf Hindernisse stoßen, wird prognostiziert, dass ihr Marktanteil bis 2030 deutlich steigen wird.
In den Vereinigten Staaten wird die Automobilproduktion im Jahr 2026 voraussichtlich um 2,8 % zurückgehen, bedingt durch Unsicherheit in der Handelspolitik und Zölle. Atradius geht davon aus, dass Bemühungen zur Rückverlagerung der Produktion langsam und uneinheitlich verlaufen werden. Für 2027 wird erwartet, dass sich die globale Automobilproduktion mit einem Wachstum von 1,7 % erholt, hauptsächlich angetrieben durch eine Erholung in Nord- und Südamerika.