AV-TEST prüft Datenschutzrichtlinien von Sicherheitssoftware
Eine Analyse von AV-TEST zeigt Mängel in Datensicherheitspolicen von Sicherheitssoftware. Viele Nutzungsbedingungen sind schwer verständlich und räumen Herstellern weitreichende Rechte zur Datensammlung ein.
14. Juli 2026

<table><tr><td><img src="https://www.av-test.org/fileadmin/News/Pictures/2016/2016_09_datenschutzerklaerungen.jpg" width="200" alt="Datenschutz oder Virenschutz?"></td><td><div><h2>AV-TEST prüft Datenschutzrichtlinien von Sicherheitssoftware</h2><p><strong>Darmstadt, Deutschland – 22. September 2016</strong> – Anbieter von Sicherheitssoftware versprechen Schutz vor Viren und Schutz der Privatsphäre. Eine Analyse des deutschen Testinstituts AV-TEST zeigt jedoch, dass die Datenschutzrichtlinien oft unklar sind und den Unternehmen weitreichende Rechte zur Sammlung von Nutzerdaten einräumen.</p></div></td></tr></table><p>Internet-Sicherheitssoftware ist heute weit mehr als reiner Virenschutz. Sie soll auch vor Online-Angriffen schützen, die eigene Identität wahren und Phishing-Versuche abwehren. Um diese umfassenden Funktionen zu erfüllen, benötigt die Software jedoch weitreichenden Zugriff auf das System des Nutzers und somit auch auf dessen private Daten.</p><h3>Nutzer stimmen häufig ungelesen zu</h3><p>Die Untersuchung ergab, dass die Datenschutzrichtlinien oft sehr lang und komplex sind, was ihre Verständlichkeit für den durchschnittlichen Nutzer erschwert. Laut einer Studie aus dem Jahr 2014 stimmen 53 Prozent der Nutzer den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) und Datenschutzrichtlinien zu, ohne diese bei der Softwareinstallation gelesen zu haben. Die Analyse von AV-TEST untersuchte, welche Rechte sich Softwarehersteller bezüglich der Datenerfassung, der Nutzung dieser Daten und der Möglichkeit für Nutzer, die Datenerfassung einzuschränken, vorbehalten.</p><h3>Umfangreiche Rechte zur Datensammlung</h3><p>Die Studie konzentrierte sich insbesondere darauf, welche Daten die Hersteller rechtlich sammeln dürfen, welche Nutzungsrechte sie sich einräumen und welche Rechte den Nutzern eingeräumt werden, um die Datenerfassung zu verhindern oder einzuschränken. Identifiziert wurden verschiedene Arten von Daten, die gesammelt werden: Informationen über den Nutzer selbst, sein Verhalten auf dem Gerät und das Gerät selbst. Insgesamt wurden die Richtlinien von 26 Softwarepaketen geprüft, wovon für zwei keine Datenschutzklärungen gefunden wurden.</p><p>Laut AV-TEST bieten die Richtlinien vieler Hersteller keine ausreichenden Garantien dafür, dass die gesammelten Daten ausschließlich für den versprochenen Schutz verwendet werden. Dies kann dazu führen, dass das Vertrauen der Nutzer in die Schutzversprechen der Softwareprogramme unbegründet ist.</p>
Originalquelle: av-test.org