📣 Senden Sie uns Ihre Pressemitteilung
Seite aktualisiert sich alle 15 Minuten
Wissenschaft

Babylonisches Hymnenwerk dank KI wieder lesbar

Forscher der LMU München haben mithilfe künstlicher Intelligenz eine antike babylonische Hymne rekonstruiert, die seit 2000 Jahren nicht mehr lesbar war. KI hilft, tausende fragmentierte Tontafeln zusammenzufügen.

22. Juni 2026
Babylonisches Hymnenwerk dank KI wieder lesbar

Forscher der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) haben eine antike babylonische Hymne, die seit 2000 Jahren unlesbar war, erfolgreich wieder lesbar gemacht. Professor Enrique Jiménez, Experte für altorientalische Literaturen, leitete die Anstrengung und nutzte künstliche Intelligenz (KI) zur Rekonstruktion des Textes. Er arbeitete mit Anmar Fadhil, einem Assyriologen der Universität Bagdad, zusammen.

Der Text, in Keilschrift auf Tontafeln verfasst, hat nur in Fragmenten überdauert. Jiménez digitalisiert alle weltweit entdeckten Keilschriftfragmente auf LMU's Plattform „Electronic Babylonian Library“. KI wird eingesetzt, um fragmentierte Abschnitte zu identifizieren und zu verbinden, was die Rekonstruktion verlorener Texte ermöglicht. Ein Hauptziel ist die Entzifferung von Hunderten von Tafeln aus der berühmten Sippar-Bibliothek.

Diese Forschung ist nicht nur von großer akademischer Bedeutung, sondern hat auch eine tiefe persönliche Bedeutung für Gelehrte im Irak. Jiménez berichtete, wie Kollegen aus Babylon Stolz darüber ausdrückten, dass ihr kulturelles Erbe gerettet wurde.

Das Projekt ist Teil einer umfassenderen Initiative zur digitalen Erhaltung und Analyse antiker Texte. Der Einsatz von KI eröffnet neue Wege für das Studium antiker Sprachen und Literaturen und ermöglicht tiefere Einblicke in vergangene Zivilisationen.

Originalquelle: lmu.de