Bad Frankenhausen: Ausstellung beleuchtet Werner Tübkes Inspirationsquellen
Eine neue Ausstellung in Bad Frankenhausen enthüllt die Hintergründe des monumentalen Bauernkriegs-Gemäldes von Werner Tübke. Der Maler integrierte in sein Werk bewusst von der DDR-Propaganda abweichende, eigenständige Themen.

Das Panorama-Museum in Bad Frankenhausen widmet sich in einer neuen Sonderausstellung den Inspirationsquellen von Werner Tübkes monumentaler Darstellung des Deutschen Bauernkriegs von 1525. Das weitläufige Gemälde, das die Kämpfe in der Region dokumentiert, zeigt nicht den propagierten Sieg der Bauern, sondern deren vernichtende Niederlage gegen die fürstlichen Truppen.
Zur Zeit der DDR gab es die Bestrebung, das historische Ereignis propagandistisch als Bauernsieg darzustellen. Es gestaltete sich schwierig, einen Künstler für dieses Vorhaben zu finden. Nach zahlreichen Absagen wurde die Aufgabe an Werner Tübke übertragen, der zu dieser Zeit für seine eigenständige Kunst, insbesondere seine Italien-Bilder, bekannt war.
Tübke gelang es, eigene Interpretationen und Anleihen aus der Renaissance in sein Werk einfließen zu lassen, die sich von der offiziellen Linie der SED absetzten. Die aktuelle Ausstellung präsentiert nun erstmals detailliert verschiedene Quellen und Inspirationsansätze, die Tübke für sein Panorama nutzte. Gezeigt werden Grafiken, Gemälde und Skulpturen aus verschiedenen Jahrhunderten.
Gerd Lindner, Direktor des Panorama-Museums, hebt hervor, dass die Vorbereitung der Ausstellung Jahrzehnte in Anspruch nahm. Er merkt an, dass das Gemälde seit der Eröffnung des Museums intensiv erforscht wird. Das Museumspersonal sammelte eine umfassende Sammlung von Quellen, die Tübke beeinflussten. Viele dieser Quellen, wie etwa Holzschnitte aus dem Triumphzug Kaiser Maximilians I., waren zuvor nur wenigen Experten bekannt.