Barclays: Cloud-Giganten erhalten 35-40% der Einnahmen von KI-Modellunternehmen
Laut einer Barclays-Studie fließen von jedem 100 US-Dollar, die KI-Modellunternehmen generieren, 35 bis 40 US-Dollar direkt an die drei großen Cloud-Anbieter als Kosten für Rechenleistung.

KI-Modellunternehmen mögen auf den ersten Blick erhebliche Gewinne erzielen, doch die eigentlichen Profiteure scheinen die zugrunde liegenden Cloud-Computing-Dienstleister zu sein, so eine neue Studie von Barclays. Die Forschung analysiert die Gewinnverteilung innerhalb der KI-Branche und stellt fest, dass von jeder 100 US-Dollar Umsatz, den KI-Modellunternehmen generieren, 35 bis 40 US-Dollar an Amazon AWS, Microsoft Azure und Google GCP als Kosten für Inferenz-Rechenleistung gezahlt werden.
Die Cloud-Anbieter profitieren erheblich von diesen Zahlungen und erzielen einen Betriebsgewinn von 10 bis 20 US-Dollar pro 100 US-Dollar Umsatz der KI-Modellunternehmen, was Betriebsmargen von 35 % bis 45 % entspricht. Diese Analyse, Teil von Barclays' "AI Industry Unit Economics"-Bericht, bietet einen klareren Einblick in die Wertverteilung entlang der KI-Lieferkette.
Unterdessen verzeichnen die KI-Labore selbst erhebliche Verbesserungen ihrer Gewinnmargen. Die Margen für bezahlte Inferenzleistungen sind von etwas über 10 % Anfang 2025 auf geschätzte 50 % bis 65 % oder mehr im Jahr 2026 gestiegen. Haupttreiber für diesen Anstieg sind die Nachfrage von Unternehmenskunden und der Aufstieg "agentenbasierter Arbeitsabläufe", die mittlerweile als unverzichtbare Marktangebote gelten.
Barclays erwartet ein anhaltendes starkes Wachstum im KI-Sektor, doch die Dynamik zwischen KI-Unternehmen und Cloud-Anbietern könnte sich verändern. Bis 2028 könnten neue Finanzierungsmodelle und Infrastrukturprojekte beginnen, die Dominanz der aktuellen drei großen Cloud-Anbieter herauszufordern, was zu Veränderungen der Marktanteile und einer Umverteilung der Gewinne führen könnte.