BCG-Bericht: Autokäufer ändern Präferenzen, Markentreue schwindet
Eine neue Studie von Boston Consulting Group zeigt, dass Autokäufer eine geringere Markentreue aufweisen, offener für Elektrofahrzeuge sind und digitale Kaufprozesse bevorzugen.

Die Präferenzen der Autokäufer ändern sich laut einem neuen Bericht von Boston Consulting Group (BCG) deutlich. Die Studie, die auf einer Befragung von über 9.000 Verbrauchern in zehn Ländern basiert, weist auf eine nachlassende Markentreue, ein wachsendes Interesse an Elektrofahrzeugen (EVs) und eine zunehmende Akzeptanz digitaler Kaufpfade hin.
Chinesische Automobilhersteller gewinnen weltweit an Bedeutung. In Brasilien erwägen 36 Prozent der Verbraucher den Kauf einer chinesischen Marke, und in Europa sind 10 bis 20 Prozent offen dafür. Die Verbreitung von Elektrofahrzeugen setzt sich fort, wobei 71 Prozent der aktuellen BEV-Besitzer planen, bei ihrem nächsten Autokauf wieder auf ein Elektrofahrzeug zu setzen. Der Bericht unterstreicht die Notwendigkeit für Automobilhersteller, auf diese Veränderungen zu reagieren, indem sie vertrauenswürdige EV-Lösungen entwickeln und die digitalen Kundenerlebnisse verbessern.
Die Loyalität zu etablierten Marken hat erheblich nachgelassen, insbesondere in Europa, wo fast zwei Drittel bereit sind, die Marke zu wechseln. Als Gründe werden die Suche nach besserem Preis-Leistungs-Verhältnis und der Wunsch nach Neuem genannt. Deutschland sticht als Ausnahme hervor und zeigt eine stärkere Markentreue.
Der Bericht stellt ebenfalls fest, dass die Meinungen über vollständig autonome Fahrzeuge in verschiedenen Regionen geteilt sind, obwohl autonome Fahrfunktionen als hilfreich empfunden werden. Die Bedeutung digitaler Kanäle nimmt zu, wobei über 40 Prozent der Verbraucher unter 45 Jahren bereit sind, ein Auto online zu kaufen, ohne es vorher inspiziert zu haben.
Laut BCG ist es für Hersteller wichtiger denn je, auf die Verbraucher zu hören, ihre Produkte zu lokalisieren und in Software und Technologie zu investieren, um in den kommenden Jahren erfolgreich zu sein. Das schnelle Tempo des Wandels und der Wettbewerb auf den globalen Märkten erfordern schnelles Handeln und Innovationen von etablierten Akteuren.