Beerenproduzent Driscoll's kontrolliert ein Drittel des US-Beerenmarktes
Das kalifornische Beerenunternehmen Driscoll's, gegründet 1904 von zwei Schwagern, hat sich zu einem bedeutenden globalen Lieferanten entwickelt.

Im Jahr 1904 begannen die Schwäger Ed Reiter und Dick Driscoll mit dem Anbau von Erdbeeren auf einer kleinen Farm in Watsonville, Kalifornien. Heute kontrolliert ihr Unternehmen, Driscoll's, schätzungsweise ein Drittel des US-Beerenmarktes und beliefert Lebensmittelgeschäfte in über 20 Ländern.
Der Erfolg des Unternehmens beruht auf seinem Fokus auf Genetik statt auf Farm-Expansion. Driscoll's entwickelt eigene, proprietäre Beerensorten in seinen Forschungslaboren und lizenziert diese exklusiv an etwa 900 unabhängige Züchter weltweit. Diese Landwirte übernehmen den Anbau, während Driscoll's Lizenzgebühren erhält.
Diese Strategie hat die globale Landwirtschaft maßgeblich verändert. Beeren sind heute Mexikos lukrativster landwirtschaftlicher Export und übertreffen Avocados, Bier und Tequila. Die Einführung eines beliebten Smoothies, der ausschließlich aus Driscoll's Bio-Beeren hergestellt wurde, erregte auch in der Obst- und Gemüsebranche Aufmerksamkeit.
Das Modell ist jedoch nicht ohne Kritik geblieben. Einige argumentieren, dass Driscoll's Ansatz die Landwirtschaft von frei geteiltem Wissen hin zu proprietärer Genetik verschoben hat, die nur für Züchter zugänglich ist, die Verträge mit dem Unternehmen abschließen.