Große Tech-Unternehmen blockieren europäische Social-Media-Forscher
Europäische Forscher werfen großen Technologieunternehmen vor, essenzielle Daten zur Analyse von Desinformationskampagnen zurückzuhalten. Dies erschwert die Untersuchung von Einflussoperationen, insbesondere im Hinblick auf Wahlen.

Große Technologieunternehmen sehen sich mit Vorwürfen europäischer Forscher konfrontiert, die behaupten, dass die Unternehmen den Zugang zu Daten verweigern, die für die Untersuchung von Online-Desinformation unerlässlich sind. Forscher betonen die Schwierigkeiten beim Erhalt von Informationen, die notwendig sind, um Einflussoperationen zu verstehen, insbesondere wenn diese demokratische Prozesse beeinträchtigen.
Vor den Präsidentschaftswahlen in Rumänien im November 2024 begannen TikTok-Konten, die zuvor Lifestyle-Inhalte verbreitet hatten, einen wenig bekannten Politiker namens Calin Georgescu zu bewerben. Seine Beiträge, die harte Ansichten zur Einwanderung und antisemitische Klischees enthielten, erzielten vor der Wahl 120 Millionen Aufrufe. Georgescu, der zuvor in der Nachfrage einstellig lag, gewann überraschend die erste Runde der Wahl mit 23 Prozent der Stimmen.
Adriana Iamnitchi, Vorsitzende der Computational Social Sciences an der Universität Maastricht, beobachtete diese Entwicklungen genau. Sie wollte untersuchen, wie Inhalte zur Unterstützung von Georgescu auf TikTok durch verstecktes Influencer-Marketing und gestreamte politische Inhalte monetarisiert wurden. Sie stieß jedoch auf erhebliche Hindernisse beim Zugang zu den erforderlichen Daten der Plattform.
Diese Situation spiegelt eine breitere Besorgnis unter Akademikern hinsichtlich mangelnder Transparenz seitens großer Technologieunternehmen wider. Forscher argumentieren, dass der eingeschränkte Zugang zu Plattformedaten ihre Fähigkeit beeinträchtigt, die Verbreitung von Fehlinformationen zu analysieren, einflussreiche Akteure zu identifizieren und die Mechanismen hinter Online-Radikalisierung zu verstehen. Diese Intransparenz stellt eine Herausforderung für den Schutz des demokratischen Diskurses in Europa dar.