Binance: Hacker erbeuten 6,3 Milliarden Dollar durch gefälschte Jobinterviews und KI-Tools
Die Kryptobörse Binance bestätigt, dass Angreifer monatelang durch Social Engineering und Schadsoftware in ihre Infrastruktur eindrangen.

Bei einem Cyberangriff Ende Oktober wurden über 6 Milliarden Dollar aus der Wallet-Infrastruktur von Binance entwendet. Co-CEO Richard Teng erklärte, die Angreifer hätten über Monate hinweg komplexe Methoden angewandt, darunter gefälschte Vorstellungsgespräche und manipulierte KI-Programmierwerkzeuge, um Sicherheitsbarrieren zu umgehen.
Der Prozess begann im Juni, als ein Ingenieur ein infiziertes Entwicklertool installierte. Im September nutzten die Angreifer Schein-Bewerbungsgespräche, um Schadcode in die internen Systeme einzuschleusen und schließlich die Transaktionsfreigabe der Wallets zu kompromittieren. Teng wies darauf hin, dass die Angreifer gezielt die Infrastruktur infiltriert hätten, statt nur einen einzelnen Laptop zu übernehmen.
Binance hat bereits 98 Prozent der betroffenen Vermögenswerte aus eigenen Reserven erstattet und arbeitet mit Behörden sowie Industriepartnern wie Tether zusammen, um die gestohlenen Mittel einzufrieren. Das FBI ordnet den Vorfall nordkoreanischen Hackergruppen zu. Das Unternehmen unterzieht sich derzeit einer externen Sicherheitsprüfung, um seine Verteidigungssysteme zu modernisieren.
Der Vorfall belastet das Vertrauen in zentrale Kryptobörsen. Binance fokussiert sich aktuell auf die Wiederherstellung der Systeme und die Prävention künftiger Angriffe, während die Ermittlungen in Zusammenarbeit mit Strafverfolgungsbehörden andauern.