Artenvielfalt von Vögeln in Europa beeinflusst Lebenszufriedenheit wie Einkommen
Eine europaweite Studie zeigt, dass eine höhere Vogelartenvielfalt in der Umgebung die Lebenszufriedenheit ebenso steigert wie ein höheres Einkommen. Naturschutz wird als Investition in das menschliche Wohlbefinden betrachtet.

Eine in der Fachzeitschrift Ecological Economics veröffentlichte Untersuchung legt nahe, dass die biologische Vielfalt in der unmittelbaren Umgebung der Menschen in Europa für die Lebenszufriedenheit ebenso bedeutsam ist wie das persönliche Einkommen. Die Forscher stellten fest, dass eine Erhöhung der Anzahl von Vogelarten in der Nähe um zehn Prozent die Lebenszufriedenheit der Europäer mindestens im gleichen Maße steigert wie eine vergleichbare Einkommenssteigerung.
Die Studie analysierte Daten von über 26.000 Erwachsenen aus 26 europäischen Ländern, basierend auf der "2012 European Quality of Life Survey". Die Artenvielfalt wurde anhand der Vogelarten ermittelt, wie sie im europäischen Brutvogelatlas dokumentiert sind. Die Wissenschaftler betonen, dass Vögel gut als Indikatoren für biologische Vielfalt dienen, da sie besonders in städtischen Gebieten zu den sichtbarsten Elementen der belebten Natur gehören.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Europäer dann am zufriedensten mit ihrem Leben sind, wenn ihre unmittelbare Umgebung eine hohe Artenvielfalt aufweist. Dies gilt insbesondere für Personen, die im Alltag zahlreiche verschiedene Vogelarten erleben oder in naturnahen und vielfältigen Umgebungen leben, die zahlreiche Grünflächen und Gewässer bieten.
Die Wissenschaftler verglichen den Einfluss der Vogelartenvielfalt auf die Lebenszufriedenheit mit dem verfügbaren Einkommen. Sie stellten fest, dass vierzehn zusätzliche Vogelarten in der Nähe die Lebenszufriedenheit um etwa den gleichen Betrag erhöhen können wie eine monatliche Einkommenssteigerung von 124 Euro (bezogen auf ein durchschnittliches Monatseinkommen von 1.237 Euro). Dies unterstreicht die Bedeutung der Natur für das menschliche Wohlbefinden, die über materielle Dienstleistungen hinausgeht.
Die Studie warnt gleichzeitig vor einem dramatischen Rückgang der biologischen Vielfalt weltweit. Die Forscher äußern die Sorge, dass eine verarmte Natur auch das menschliche Wohlbefinden beeinträchtigen könnte. Folglich sollte Naturschutz als Investition in das kollektive Wohlbefinden betrachtet werden, nicht nur als Sicherung der materiellen Lebensgrundlagen.