Bluttest könnte Alzheimer-Risiko Jahre vor Symptomen vorhersagen
Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Bluttests, die zwei Proteine nachweisen, den kognitiven Verfall bis zu einem Jahrzehnt im Voraus vorhersagen können. Dies könnte frühere Behandlungen ermöglichen.

Bluttests, die darauf abzielen, zwei Schlüsselproteine im Zusammenhang mit der Alzheimer-Krankheit nachzuweisen, könnten kognitive Beeinträchtigungen Jahre vor dem Auftreten von Symptomen vorhersagen. Dies geht aus neuen Forschungsergebnissen hervor, die auf der Alzheimer's Association International Conference vorgestellt wurden. Durch die Messung der Biomarker Amyloid und Tau im Blut könnten Wissenschaftler Personen mit erhöhtem Risiko bis zu zehn Jahre vor den ersten Anzeichen einer Demenz identifizieren.
Eine Studie ergab, dass gesunde ältere Erwachsene mit erhöhten Spiegeln des Biomarkers phosphoryliertes Tau 217 (p-tau217) in ihrem Blut eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit hatten, innerhalb von fünf und zehn Jahren eine kognitive Beeinträchtigung zu entwickeln. Diese Ergebnisse deuten auf eine starke Korrelation zwischen den p-tau217-Spiegeln und zukünftigem kognitivem Verfall hin und bieten ein potenzielles Vorhersagewerkzeug.
Die Forschung könnte die Diagnose und Behandlung von Alzheimer revolutionieren. Eine frühzeitige Identifizierung von Personen mit hohem Risiko könnte eine gezieltere Rekrutierung für klinische Studien ermöglichen und, mit dem Aufkommen neuer Therapien, frühere Interventionen zur Verlangsamung oder Verhinderung des Krankheitsverlaufs erleichtern.
Laut Dr. Adam Boxer, Professor für Neurologie an der University of California, San Francisco, könnten diese Ergebnisse, falls sie in klinischen Studien bestätigt werden, zu einer breiten Untersuchung des Alzheimer-Risikos in der Primärversorgung führen, noch bevor Symptome auftreten. Hochrisikopatienten könnten dann mit Anti-Amyloid-Medikamenten behandelt werden.
Die Studie analysierte Daten von fast 2.700 kognitiv gesunden älteren Erwachsenen aus Nordamerika, Australien und Japan. Die Forscher verfolgten die p-tau217-Spiegel und führten über mehrere Jahre regelmäßige kognitive Beurteilungen durch. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift JAMA veröffentlicht.