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Buch: Frauen sehen sich mit einem „Karriereambitions-Malus“ konfrontiert

Ein neues Buch argumentiert, dass Frauen durch einen systematischen „Karriereambitions-Malus“ benachteiligt werden, nicht durch mangelnden Ehrgeiz, was ihre Karriereentwicklung behindert.

10. Juli 2026
Buch: Frauen sehen sich mit einem „Karriereambitions-Malus“ konfrontiert

Ein neues Buch mit dem Titel „The Ambition Penalty: How Corporate Culture Tells Women to Step Up—and Then Pushes Them Down“, veröffentlicht von Fast Company, untersucht die Gründe, warum Frauen im Berufsleben einem sogenannten „Karriereambitions-Malus“ ausgesetzt sind. Die Autorin Stefanie O'Connell, eine preisgekrönte Wirtschaftsjournalistin, vertritt die Ansicht, dass der langjährige Glaube an mangelnden Ehrgeiz bei Frauen ein Mythos ist.

Laut O'Connell liegt das eigentliche Problem darin, dass Arbeitsplätze und die Gesellschaft Frauen oft für die Äußerung ihres Ehrgeizes bestrafen. Dies führt dazu, dass Frauen nicht wie erwartet befördert werden oder Karriere machen, selbst wenn sie das gleiche Maß an Antrieb wie ihre männlichen Kollegen zeigen. Forschungen deuten darauf hin, dass Frauen häufiger als Männer für die Äußerung ähnlicher Niveaus an Durchsetzungsvermögen und Selbstvertrauen sanktioniert werden.

Das Buch kritisiert auch Selbsthilfe- und individuelle „Empowerment“-Strategien als unzureichend für die Bewältigung der geschlechtsspezifischen Ungleichheit. Stattdessen betont O'Connell die Notwendigkeit systemischer Veränderungen, die chronische Ausgrenzung, Vorurteile und Diskriminierung angehen. Diese persönlichen Strategien können, wie sie andeutet, unbeabsichtigt die Akzeptanz von Diskriminierung zwischen den Geschlechtern bei Frauen erhöhen und die Unterstützung für notwendige politische Reformen verringern.

O'Connell argumentiert, dass der „richtige“ Weg, beruflich aufzusteigen, immer noch oft einem maskulinen Modell entspricht. Frauen sehen sich häufig mit doppelten Standards konfrontiert, bei denen ihr Alter, ihre Erfahrung oder andere Eigenschaften als Hindernisse für das Karrierewachstum genutzt werden. Zum Beispiel kann eine junge Frau als zu unerfahren für eine Führungsposition angesehen werden, während ein Mann desselben Alters als „frisches Denken“ betrachtet werden könnte. Dieses Muster führt dazu, dass Frauen mit multiplen Doppelstandards konfrontiert werden, die ihre Ausgrenzung ohne offene geschlechtsspezifische Diskriminierung ermöglichen.

Der Bericht hebt hervor, dass die Wahrnehmung von Frauenfortschritten am Arbeitsplatz irreführend sein kann. Die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern bleibt erheblich: Frauen verdienten im Jahr 2023 im Durchschnitt 18,6 % weniger als Männer. Diese Diskrepanz ist Berichten zufolge die gleiche wie im Jahr 2005, trotz jahrzehntelanger individualistischer „Empowerment“-Bemühungen.

Originalquelle: fastcompany.com