Brasilianische Behörde setzt Discord-Livestreams nach Teenager-Selbstmord aus
Brasiliens Datenschutzbehörde hat Discord angewiesen, seine Livestreaming-Funktionen landesweit auszusetzen. Der Schritt erfolgt nach dem Selbstmord einer Teenagerin während eines Livestreams, bei dem sie angeblich ermutigt wurde, sich selbst zu verletzen.

Brasiliens nationale Datenschutzbehörde (ANPD) hat Discord angewiesen, seine "Go Live"-Bildschirmfreigabe- und Videostreaming-Funktionen landesweit auszusetzen. Die Anordnung erfolgte, nachdem ein 13-jähriges Mädchen während eines Livestreams Selbstmord beging, bei dem sie laut Ermittlungen von Mitgliedern einer Online-Gruppe zur Selbstverletzung ermutigt wurde.
Die ANPD hat Discord drei Geschäftstage Zeit gegeben, die Einhaltung nachzuweisen. Bei Nichteinhaltung drohen Strafen von bis zu 50 Millionen Real (ca. 9,67 Millionen US-Dollar) pro Verstoß. Die Aussetzung betrifft Livestreaming-Funktionen für Nutzer unter 18 Jahren, während andere Discord-Funktionen weiterhin zugänglich bleiben.
Die Untersuchung wurde am vergangenen Freitag nach dem Vorfall eingeleitet. Die ANPD gab an, "robuste Beweise" gefunden zu haben, dass Discord keine angemessenen Schritte unternommen hat, um Minderjährige vom Kontakt mit Inhalten abzuhalten, die Gewalt, Selbstverletzung und Selbstmord fördern. Ein zentraler Punkt für die Regulierungsbehörde ist die Unfähigkeit von Discord, Livestream-Inhalte in Echtzeit zu überwachen und sich stattdessen auf Nutzerberichte nach dem Stream zu verlassen.
Discord bezeichnete die Entscheidung der Behörde als "voreilig". Diese Maßnahme ist Teil eines breiteren Trends, bei dem brasilianische Behörden harte Maßnahmen gegen ausländische Tech-Plattformen wegen mangelnder Compliance ergreifen, ähnlich wie zuvor bei X und Telegram.