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Technologie

Brasilien verklagt Discord wegen Kindersicherheit für 97 Millionen Dollar

Die brasilianische Bundesregierung hat Discord vor einem Bundesgericht in Brasília verklagt und fordert 97 Millionen US-Dollar Schadenersatz sowie gerichtlich angeordnete Änderungen an den Sicherheitssystemen der Plattform.

27. August 2026

Die brasilianische Bundesregierung hat eine Klage gegen die Kommunikationsplattform Discord eingereicht und fordert 500 Millionen Brasilianische Real (etwa 97 Millionen US-Dollar) als Kollektivschadenersatz sowie gerichtlich angeordnete Verbesserungen der Kinderschutzmaßnahmen. Die Klage behauptet, dass Discord Minderjährige auf seiner Plattform nicht ausreichend geschützt habe.

Die Generalstaatsanwaltschaft (AGU) reichte die öffentliche Zivilklage am 25. August ein, unterstützt vom Ministerium für Justiz und öffentliche Sicherheit sowie der Bundespolizei. Die Regierung fordert von Discord die Einführung strengerer Altersüberprüfungen, elterlicher Aufsicht und Inhaltsmoderation. Bei Nichteinhaltung der gerichtlichen Anordnungen innerhalb von 15 Tagen droht eine tägliche Geldstrafe von 500.000 Brasilianischen Real.

Im Kern der Klage steht die Behauptung, dass Discords Altersüberprüfungs- und Sicherheitssysteme nicht den brasilianischen gesetzlichen Anforderungen, einschließlich des Digitalen Kinder- und Jugendstatuts, entsprechen. Die Regierung argumentiert, dass Plattformen standardmäßig Schutzmechanismen implementieren müssen und nicht auf Meldungen von Nutzern über schädliche Inhalte oder Verhaltensweisen warten dürfen.

Zu den weiteren Forderungen gehört, dass Discord das Alter der Nutzer über die selbst angegebene Geburtsdatum hinaus verifiziert, die Konten von Nutzern unter 16 Jahren mit deren Erziehungsberechtigten verknüpft und standardmäßige Beschränkungen für unerwünschte Kontakte mit Minderjährigen einführt. Gefordert wird auch die Echtzeit-Erkennung und -Verhinderung von Livestreams, die Selbstmord, Selbstverletzung oder extreme Gewalt beinhalten.

Die rechtliche Maßnahme folgt auf eine verstärkte Überprüfung von Discord nach dem Tod eines 13-jährigen Mädchens im Juli, den brasilianische Behörden mit Interaktionen auf der Plattform in Verbindung brachten. Vor der Klage hatte das Justizministerium Discord bereits wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das brasilianische Gesetz zum Schutz von Kindern im Internet benachrichtigt, und die Nationale Datenschutzbehörde (ANPD) hatte Discord angewiesen, seine "Go Live"-Livestreaming-Funktion auszusetzen, bis angemessene Schutzmaßnahmen für Minderjährige nachgewiesen werden.

Originalquelle: medianama.com