Browser-Hersteller bitten EU um standardmäßige Ablehnung von Tracking
Mozilla, DuckDuckGo und Vivaldi haben die EU gebeten, Browsern zu erlauben, Nutzer-Tracking standardmäßig abzulehnen und Erweiterungen die Zustimmung zur Wahrung der Privatsphäre verwalten zu lassen.

Mozilla, DuckDuckGo und Vivaldi haben die Europäische Union aufgefordert, Webbrowsern zu gestatten, das Tracking von Nutzern standardmäßig zu blockieren, und Browser-Erweiterungen die Verwaltung der Zustimmung zur Wahrung der Privatsphäre bei nachverfolgenden Website-Aktivitäten zu ermöglichen. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Privatsphäre der Nutzer zu stärken.
Die drei privatheitsorientierten Browserentwickler legten ihre Forderungen in einer gemeinsamen Erklärung im Hinblick auf kommende EU-Digitallregulierungen dar. Sie argumentieren, dass die Aufforderung an Nutzer, der Verwendung von Tracking-Cookies auf jeder Website einzeln zuzustimmen, zu einer „Zustimmungsmüdigkeit“ führt, die ihrer Ansicht nach keine echte Wahl darstellt. Stattdessen setzen sie sich für browserseitige Privatsphäre-Schutzmaßnahmen ein, die das Tracking automatisch verhindern.
Die Erklärung fordert die EU auf, die Nutzung von Browser-Erweiterungen zur Verwaltung der Nutzereinwilligung zu erlauben, ohne diese verpflichtend zu machen. Ziel ist es, die Auswahlmöglichkeiten der Nutzer zu erweitern und Browser, die von Natur aus auf den Schutz der Privatsphäre ausgelegt sind, nicht zu benachteiligen. Die Dreiergruppe meint, dass die derzeitigen Bestimmungen, die bindend sein sollen, eine zu breite Erfassung von Daten ohne Zustimmung für „risikoarme“ Zwecke zulassen, was den Nutzern die wirksame Kontrolle über ihre Informationen entzieht.
Darüber hinaus fordern die Browserhersteller, dass alle Standards für Privatsphäre-Signale durch ein offenes Governance-Modell mit mehreren Interessengruppen entwickelt werden. Dies sollte Regulierungsbehörden, Browseranbieter, die Zivilgesellschaft, Verbraucherorganisationen und Datenschutzexperten umfassen. Sie sind der Ansicht, dass kein einzelner Browserhersteller, kein Betriebssystem und keine Plattform einseitig definieren sollte, wie Privatsphäre-Signale funktionieren.
Die Forderungen wurden im Rahmen von Diskussionen über ein EU-Regulierungspaket gestellt, das darauf abzielt, die digitalen Gesetze des Blocks zu harmonisieren und zu rationalisieren. Ziel ist es, sicherzustellen, dass zukünftige Vorschriften die Privatsphäre der Nutzer unterstützen und nicht ihre Exposition gegenüber Tracking erhöhen.