Anwendungsfelder für kalzinierten Koks im Wandel
Die Nachfrage in traditionellen Anwendungsbereichen für kalzinierten Petrolkoks zeigt Anpassungen, während Anwendungen im Bereich neuer Energien stark wachsen. Die Elektrolyse von Aluminium bleibt der größte Verbraucher.

Die traditionellen Anwendungsfelder für kalzinierten Petrolkoks befinden sich in einer Anpassungsphase. Während die Nachfrage im Kernbereich stabil bleibt, führt die unterschiedliche Entwicklung in der Stahl- und der New-Energy-Branche zu einer Verschiebung der Wachstumstreiber.
Der größte Verbraucher von kalziniertem Petrolkoks ist die Herstellung von vorgebrannten Anoden für die elektrolytische Aluminiumproduktion, die 60 % bis über 75 % des Marktes ausmacht. Das moderate Wachstum der globalen Aluminiumschmelzkapazitäten sorgt für eine stabile Nachfrage. Dieser reife Markt verzeichnet jedoch ein stetiges, kein explosives Wachstum. Die Nachfrage nach hochwertigem Koks mit konsistenten Spezifikationen steigt, da Aluminiumhütten zunehmend Wert auf Energieeffizienz und Zellstabilität legen.
Im Gegensatz dazu ist die Nachfrage in stahlbezogenen Sektoren wie Graphitelektroden und Aufkohlungsmitteln schwach. Dies ist auf gedrückte Gewinnmargen und niedrige Auslastungsgrade bei Stahlwerken zurückzuführen, insbesondere bei solchen, die Lichtbogenöfen nutzen. Beispielsweise lag die durchschnittliche Auslastung der Graphitelektrodenindustrie im ersten Halbjahr 2025 bei nur 29,85 %.
Das bedeutendste Wachstumsfeld sind Anodenmaterialien für Lithium-Ionen-Batterien, angetrieben durch den Boom in der Elektrofahrzeugindustrie. Die Produktion von Anodenmaterialien stieg im ersten Halbjahr 2025 um 32,19 % im Jahresvergleich und steigerte damit erheblich den Verbrauch von kalziniertem Petrolkoks. Prognosen zufolge könnten Anodenmaterialien bis 2029 etwa 10 % des Verbrauchs ausmachen und zu einem wichtigen Wachstumstreiber für den Gesamtmarkt werden.