Kanada reagiert auf Trumps geplante Zölle von 50 Prozent
Der kanadische Premierminister Mark Carney warnt vor steigenden Verbraucherkosten infolge neuer US-Zollpläne. Die Staats- und Regierungschefs des Landes signalisieren eine konfrontative Haltung als Reaktion auf die Maßnahmen.

US-Präsident Donald Trump kündigte kürzlich Pläne zur Einführung eines 50-prozentigen Zolls auf kanadische Waren, einschließlich alkoholischer Getränke und Milchprodukte, an. Die Ankündigung hat rasche Reaktionen aus Kanada hervorgerufen.
Der kanadische Premierminister Mark Carney hat die Entscheidung scharf kritisiert und sie als direkten Verstoß gegen das Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten, Mexiko und Kanada (USMCA) bezeichnet. Carney erklärte auf X, dass der Handelsstreit die Kosten für Familien, insbesondere in den USA, erhöht habe und Kanada bereit sei, sich intensiv zu bemühen, um ungelöste Fragen zum gegenseitigen Nutzen beider Nationen zu klären.
Das Weiße Haus gab in einer Erklärung an, dass der Schritt eine Reaktion auf die "diskriminierende Behandlung amerikanischer Produkte" durch Kanada sei. Die Erklärung deutete an, dass Präsident Trump darauf abzielt, gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen und die Nachteile für den US-Handel auszugleichen.
Die US-Regierung behauptet, dass Kanada bestimmte Zölle auf US-Importe erhebt, jedoch nicht auf ähnliche Importe aus anderen Ländern. Diese Maßnahmen, die gemäß Section 338 des Tariff Act von 1930 ergriffen werden, wurden noch nie zuvor angewendet und treten 30 Tage nach ihrer Unterzeichnung in Kraft.
Die Zölle richten sich speziell gegen den Alkoholimport. Die Erklärung des Weißen Hauses behauptet, dass die meisten kanadischen Provinzen und Territorien den Kauf, die Verteilung oder den Verkauf von US-alkoholischen Getränken eingestellt haben, während sie keine ähnlichen Beschränkungen für Importe aus anderen Nationen auferlegen. Angegebene Daten deuten auf einen Rückgang der US-alkoholischen Getränkeimporte nach Kanada zwischen März 2025 und Februar 2026 um etwa 81 Prozent hin.
Alfredo Carrillo Obregon, ein Politikanalyst am Cato Institute, kommentierte, dass die Zölle wahrscheinlich nicht wirksam seien, wenn ihr Ziel darin bestehe, erhebliche wirtschaftliche Schmerzen zu verursachen. Die Zielgüter machten nur fünf Prozent der gesamten kanadischen Importe in die USA aus.